Sonntag, 19. März 2017

Eine kleine Schottlandreise - Das Edinburgh Yarn Festival

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Es ist wieder soweit, ich habe es /im zweiten Anlauf) geschafft, wieder eine Audiofolge aufzunehmen.

Darum geht es:

Ich habe den Comodo weitergestrickt und das Shirt Muran begonnen.
Ich habe gesponnen, aber davon gibt es erst Bilder, wenn das fertig ist.

Es gibt einen Reisebericht rund um Schottland und das EYF (auf der Seite findet man die Tage auch wunderbare Fotos; ich selber habe dort keine gemacht). In dem Reisebericht habe ich vom Lewis Schachspiel gesprochen, über das man hier noch was lesen kann (Achtung Wikipedia; es ist nicht immer alles korrekt dort). Ein Ausflug führte uns nach Lindisfarne (sehr kurzer Artikel; dient nur der Übersicht)

Der Buchtipp zielt auf Sofra Lar (Türkisches Kochbuch)



Und zu guter letzt noch ein paar Bilder meiner EYF-Einkäufe und dem Schachspiel sowie dem Blick auf Lindisfarne:

Blick auf Lindisfarne

Lewis Chessmen

Festivalmagazin

Pflanzengefärbt und handgesponnen von ananuca

Daughter Of A Shepard

Pflanzengefärbt und handgesponnen von STwist Wool

Blacker Yarns

Terry Pratchett Gedächtniswolle

Nochmal Blacker Yarns

Schnickschnack

Ich probiers mal mit Nadelfilzen

Spin City

John Arbon Textiles






Viel Spaß beim Hören :)

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Mittwoch, 8. März 2017

Urlaub!

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Endlich. Lange habe ich auf diesen Urlaub gewartet, nicht nur, weil es bei der Arbeit in letzter Zeit schon recht wuselig war. Ich war noch ein paar Tage auf einem Seminar; heute habe ich noch eine Sitzung hinter mich gebracht und nun beginne ich meine wohlverdienten wenigen Urlaubstage. Das EYF steht vor der Tür und ich freue mich ganz riesig. Leider musste ich noch ein bisschen Ölwechsel und TÜV machen lassen; die Bremsscheiben wollten auch mal neu und so ging ein Batzen Geld ins Auto. Aber egal, auf dem Sparbuch war noch was :) Das nehme ich nun und packe meine sieben Sachen um morgen Richtung Schottland zu starten. Abschalten, Freunde sehen, Wolle wühlen und es sich gut gehen lassen. Das Leben ist zu kurz für doofe Dinge. 

In diesem Sinne; 
ich melde mich noch im März mit meiner zweiten Podcastfolge zurück und werde unter anderem von der Reise berichten.

Bis dahin...



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Samstag, 11. Februar 2017

Dann mal los...

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Ich habe länger darauf herumüberlegt, ob ich die Sache mit dem Podcast wirklich starten soll. Nach einem positiven Feedback zu meiner Jahresrückblicksfolge habe ich mich wieder hingesetzt und ein gutes halbes Stündchen erzählt. Vielleicht gefällt es Euch ja.


In dieser Folge geht es um (die roten Worte sind wie immer anklickbar):

  • den Trillian, zu dem ich leider noch kein wirklich gutes Bild meines eigenen Tuchs habe
  • den Comodo von Nicola Susen, den ich gerade begonnen habe
  • den Muran, den ich gerne aus meinem Garn von Blacker Yarns stricken möchte
  • ich stricke Socken aus Hedgehog Fibres 
  • gesponnen habe ich blaues South American / Tencel
  • verzwirnen muss ich noch das Perendale, das ich bei John Arbon Textiles gekauft habe


Ja. Irgendwie ungewohnt... Aber geschafft. Nun warte ich mal ab, ob sich das auch jemand anhört. Wenn es Euch gefallen hat (oder auch nicht), hinterlasst mir gerne eine Nachricht. Ich würde mich freuen!


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Mittwoch, 25. Januar 2017

Kann man zu viel Wolle haben?

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Ich bin gerade über einen netten, kleinen Artikel gestolpert, der sich mit der Frage beschäftigt, wieviel Garn "zu viel" ist. 

Artikel *klick*

Solange man die darin enthaltenen Fragen alle mit nein beantworten kann, ist alles im Lot glaube ich.


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Sonntag, 22. Januar 2017

Viel Wolle schnell kardiert

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Seit letztem Sommer habe ich tatsächlich Rohwolle bei mir liegen. Ich wollte nie so recht, weil ich mir die ganze Arbeit nicht auch noch ans Bein binden wollte. Obwohl ich die naturnaheste Wolle (wenn man so will) wunderbar finde. Drum herum bin ich ja doch nicht gekommen, und da lagen nun 3 kg Galway und 1,8 kg Ryeland. Dazu kam dann Im Herbst noch 800g Walliser Landschaf. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass das Waschen zwar gar nicht so lange dauert, das Kardieren aber um so mehr. Ich habe jede Portion mit Handkarden oder Wollkämmen vorbereitet, weil das Ergebnis, was ich dann von der Kardiermascheine abgenommen habe, am schönsten aussah. Bei der Menge und meinem kleinen Hero-Kardierer hat sich das aber schnell als zeitintensiv herausgestellt. Also erstmal in die Ecke legen, das kann ich gut :) Im Dezember habe ich in einem Forum von einer Frau gelesen, die sich da auch ein bisschen übernommen hatte und Ihre Wolle dann zur Wollkämmerei Godosar gegeben hat. Die sitzen in Grünberg (bei Gießen) und die kardieren (oder waschen und kardieren) Wolle auch in kleineren Mengen. Ich habe dort auch angerufen und wegen meiner Wolle nachgefragt. Das Galway und das Ryeland sind schon fertig, das Walliser muss ich noch schicken. Aber schaut mal her:


Ein Hoch auf große Kardiermaschinen! Ich habe mich etwas erschrocken; kardiert sieht das Ganze dreimal so groß aus wie vorher. Bei dem Ryeland war erst die Frage, ob die Fasern nicht viel zu kurz sind, aber es hat funktioniert. Ich bin sehr zufrieden damit. Es ging schnell (innerhalb von knapp 2 Wochen hatte ich es zurück) und bei knapp 5 € pro Kilogramm (und 10 € inkl. waschen wenn man möchte) kardiere ich nicht selber. Danke an die unbekannte Forenschreiberin, das war ein großartiger Tipp!

Das Galway möchte ich eigentlich für einen Hexa Hap verspinnen, bei dem Ryeland bin ich mir noch nicht sicher. Die Fasern sind wirklich extrem kurz, so dass ich erstmal ausprobieren muss, wie ich die gesponnen kriege. Der lange Auszug bietet sich an, aber wir sind keine Freunde. 

Wir werden sehen.



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Samstag, 7. Januar 2017

Faserverzückter Jahresrückblick 2016

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Auch dieses Jahr hat Distelfliege/Ziska auf Ravelry zu einem kleinen Jahresrückblick aufgerufen. Wie auch letztes Jahr beantworte ich gerne ihre Fragen. Heute aber mal anders als sonst. Ich schreibe nicht, ich rede. Habt Spaß damit:




Dinge, über die ich gesprochen habe und die ich Euch gerne verlinken wollte:


Diese Muster kamen vor:
Gestrickt habe ich noch viel mehr, aber man kann nicht über alles reden. 
Ein wenig geplanscht habe ich beim Rohwollthema... aber das bleibt nun so.
Sagt mir gerne, ob Euch das Audioformat gefallen hat.


Ein gutes und friedliches neues Jahr wünsche ich!


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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Nutztierarche Stocksee - Unter Schafen

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Vor einer Weile habe ich einen kleinen Wochenendausflug gemacht. Mein Mann war mit alten Schulfreunden zum Kickerspielen verabredet und ich habe mein Auto gesattelt und bin nach Stocksee gefahren (das liegt in Schleswig Holstein in der Nähe des Plöner Sees). Dort habe ich die Nutztierarche Stocksee von ANke und Andreas Holdstein besucht, eine Farm, auf der vom Aussterben bedrohte oder generell seltene Nutztiere gehalten und gezüchtet werden (in diesem Fall Schafe), um deren Art zu erhalten. Von denen gibt es einige in Deutschland, aber auf gerade diese bin ich durch Zufall gekommen, als im Frühjahr zur Schafsschurzeit Wollvliese von dort zum Kauf angeboten worden sind und ich mein Ryland gekauft habe. Beim Stöbern auf der Internetseite stellte sich heraus, dass die Besitzer auch eine Ferienwohnung anbieten und auch einen umgebauten Bauwagen, in dem man wohnen konnte. Ein Bauwagen; wie klasse ist das denn? Ich habe mich also für zwei Nächte eingemietet und mir ein schafiges Wochenende gemacht. 

Der Bauwagen ist total nett gemacht. Der steht im Garten der Holdsteins. Aussen gibt es eine Veranda, wo man im Sommer auch draussen sitzen kann. Innen drin ist alles, was man braucht. Ein kleines Duschbad, eine Küchenzeile, Schrank, Tisch und Stühle, Sessel und ein breites Bett. Supergemütlich! Die Hühner wohnen am Küchenfenster und man wird morgens mit deren Gegacker und Gescharre geweckt. Gemütlichkeit hoch drei.


Am ersten Abend habe ich nicht mehr viel gemacht; ich habe mir was zu kochen besorgt und mich mit meinem Strickzeug aufs Bett verkrümelt. Samstag Morgen habe ich nach dem Frühstück die Kamera geschnappt und bin in der Gegend umhergelaufen. Das Wetter war für Ende Oktober traumhaft sonnig und der Spaziergang war toll. Der führte mich auch zum Stall der Walliser Schwarznasen, wo es ein Lämmchen und einen Haufen weitere schwangere Schafsdamen gab. Die Walliser Schwarznasen gehören zu den Rassen, die auch im Herbst noch einmal Lämmer bekommen. Ich durfte mit reinkommen, denn gerade in dem Moment kam Andreas und wollte den Damen eine Maniküre verpassen und nach dem Rechten sehen.


Später am Nachmittag lud mich Anke ein, ein bisschen in der neulich geschorenen Wolle zu wühlen. Dabei war auch noch die Dame, die gerade in der Ferienwohnung wohnte. Interessant wars, denn da waren auch Vliese dabei, die ich so noch nie in der Hand hatte. Einzwei Pröbchen habe ich von den Wensleydale-Locken bekommen. Schwarze Wensleydale! Noch nie gehabt, sowas wird nirgends angeboten. Nicht nein sagen konnte ich bei einem Sack voller Walliser Landschaf. Eine wundervolle dunkle Färbung hat es, und es waren ja auch nur 900g, das konnte ich gerade noch mit mir vereinbaren. Zu der Rasse werde ich an anderer Stelle mal mehr schreiben.

Sonntag dann durfte ich mit auf die aussenliegenden Koppeln, um nach dem Rechten zu sehen. Es gab davon einige, und ich glaube, wenn ich Schaf wäre, würde ich da gerne wohnen. Hier ein Teich, da ein (Plöner) See, feine Aussicht, wunderbar. Und ich habe mich gefreut, wie die Tiere um einen herumwuseln, wenn man da auftaucht :)

Ach es war wunderbar dort, und ich werde bestimmt nochmal hinfahren. Bei einer Menge Tee und Keksen hatten wir noch im Wohnzimmer der Holdsteins gesessen und gequatscht. Zur Schafsschur werde ich wohl im nächsten Jahr da sein, wenn das klappt. Da kommt immer ein Scherer, die scheren nicht selber, aber sehen möchte ich das schon gerne mal. 

Ich kann jedenfalls jedem, der mal Lust auf ein schafiges Wochenende hat, diese Nutztierarche empfehlen. Man unterstützt damit den Erhalt dieser tollen Tiere und befindet sich in einer sehr herzlichen und schönen Atmosphere. Die Holdsteins sind sehr nette Leute; die Unterkunft ist absolut prima und die Umgebung sowieso. 

Zum Schluss des kurzen Berichtes noch ein paar wenige Bilder für Euch. Ich habe weit mehr gemacht, aber man muss ja nicht immer alles online stellen :) Klick macht  groß... viel Spaß!







... und zu guter letzt wünsche ich Euch ein paar entspannte und vor allem friedliche Feiertage!


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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Von Hilltop Cloud und vom guten Zweck

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Neulich bekam ich wieder einen Newsletter von einer meiner Lieblingsfärberinnen. Eigentlich mag ich Newsletter nicht, aber der von Hilltop Cloud *klick* muss einfach sein. Jeder weiß: ich färbe gerne. Am liebsten mit Pflanzen, was meinem anderen Hobby, der Living History geschuldet ist. Aber auch "für modern" brauchts Farbe, und die darf auch sehr gerne aus Säurefarben bestehen. Mit denen selber zu färben habe ich schon oft gemacht, aber ich stelle immer wieder fest: einige können das um Welten besser. Zum Beispiel Katie von oben verlinktem Hilltop Cloud. Ansässig in Mallwyd in England (westlich; kurz über Wales) färbt sie auf verschiedenen Schafrassenkammzügen umwerfende Farbkombinationen. Ich bin ja eh der britischen Wollwelt total verfallen, nicht zuletzt, weil mir die dort verwendeten Schafsrassen so gut gefallen. Man bekommt bei Katie Shetland, Zwartbles, BFL-Mischungen usw. Auch Merino, aber eben nicht nur. Es gibt "ganze" Kammzüge, passend zusammengestellte kleine Farbverlaufsportionen, auch industriell gefärbte Kammzüge und vor allem (und die sind sooo toll, mit 3 o's) Gradients. Kammzüge auch mit Farbverlauf, an denen ich mich einfach nicht satt sehen kann. Sie bietet dafür auch ein Abo an, das sich "Never ending gradient club" nennt. Das heißt, wenn der Kammzug in diesem Monat grün-blau-gelb ist, wird er im nächsten Monat mit gelb fortgesetzt (gelb-rot-orange z.B.). Dann darauf kommt orange-beige-irgendwas und immer so weiter. Die Plätze sind natürlich immer rasend schnell weg. Sobald ein paar Plätze frei sind, gibt es einen Newsletter, und wenn man sich schnell genug einschreibt, kann man mitmachen. solange man möchte. Eine Freundin hat neulich einen Platz bekommen und ich bin so gespannt, was sie so bekommt. Ich war mal wieder viel zu langsam, aber vielleicht habe ich irgendwann mal Glück. Die Preise für die Spinnfasern liegen grob bei 13-15 Pfund pro 100g, was sie absolut wert sind. Das Porto ist einen Ticken teurer als innerhalb Deutschlands, aber noch erträglich. 

Es gibt aber nicht nur Spinnfasern. Ein paar Spinnhilfsmittel kann man kaufen, handgesponnene Garne sogar, und auch Garnschalen oder Spinnsets (für alle die, die das gerne mal testen möchten). Ihr Vater baut Niddy Noddys und Ihre Mutter näht tolle Nadeltaschen und Projektbeutel. Es werden auch ganz tolle Workshops angeboten. Klar, etwas weit weg, aber die Flüge nach GB kosten nicht viel und vielleicht passt es ja mal, für einen Färbekurs hinzufahren. Gibts hier auch, keine Frage, aber ich mag es gerne auch "mal anders". Schaut einfach mal auf die Seite, es lohnt sich. Einen Blog gibts übrigens auch. Falls wer mal was bestellt, hat die Sachen sehr schnell in den Händen. Meine letzte Lieferung hat glaube ich nur knapp anderthalb Wochen gebraucht.

Apropos letzte Lieferung und damit zurück zum Newsletter. Es poppte ein Angebot auf, dass Katie eine besondere Färbung verkaufen wollte zugunsten des Newton Textile Museum *klick*, quasi als Foundraiser. Museen sind bekanntlich immer knapp bei Kasse, und da ich ein großer Freund davon bin, so etwas am Laufen zu halten, hat mich ihr Angebot gleich angesprochen. Sie nimmt sich von den gefärbten Strängen nur das Materialgeld und alles überher wird an das Museum gegeben. Da habe ich gleich mal 300g bestellt. Nicht nur, weil die Farben einfach genau in mein Beuteschema gefallen sind. Es gab britisches BFL in großartigen Herbstfarben:



Das erste Foto, was ich gemacht habe, habe ich draussen gemacht. Wir haben einen dicken Stein im Garten liegen und es liegt superviel Laub drumherum. Schön und fein, Wolle drauf drappiert und geknippst. Dann wunderte ich mich, was es so kribbelt und krabbelt. Der Stein war voller Blattläuse und Marienkäfern (welche die Blattläuse fraßen). Also wimmelte es auch in meiner Wolle :) Es hat etwas gedauert, aber ich habe glaube ich alle Tiere herausgepult. Ein neues Foto habe ich trotzdem gemacht, weil hier die Farben einfach noch knalliger rauskommen.

So denn, hinfort der Vorsatz, Material zu verbrauchen... Klappt einfach nicht. Aber was solls, ich bin glücklich :)


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Mittwoch, 7. September 2016

Ein Rückblick zum Wollfest in Hamburg

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Hahaha zwei Posts hintereinander vom Hamburger Wollfest; schlau gemacht. Da müsst Ihr jetzt durch.



Nun... da wartet man zwei Jahre drauf und schon ist es wieder rum. Das Wollfest in Hamburg fand dieses Jahr nicht im Audimax statt sondern in einer Musikschule nicht weit vom alten Ort entfernt. Vorteil: sollte es dieses Jahr wieder so heiß werden wie 2014, wären Klimaanlagen vorhanden. Brauchte man aber gar nicht, denn das Wetter war ehr herbstlich (was mich persönlich gar nicht stört). Unsere Eintrittsbändchen hatten wir uns schon vorab organisiert, was nicht verkehrt war, denn die Schlangen waren lang am Samstag Morgen. Damals ist mir das nicht so sehr aufgefallen, weil er alte Ort nicht so verwinkelt war und sich die Menschenschlangen nicht so massig anfühlten. Wir sind jedenfalls flink rein und haben nach einem kurzen "was findet sich wo" Rundgang erstmal Kaffee geholt. Ich habe anderswo schon gelesen, dass sich über den Preis mokiert wurde. Ja, 2,50€ sind nicht immer ein Schnäppchen. Aber hej, wer so viel Geld für Wolle ausgibt, hat das auch noch übrig; bei Starbucks stellt sich auch keiner so an, da kostet das weit mehr.

                        

Wir mussten danach aber auch schon los, denn wir hatten einen Kurs gebucht. Während eine von uns zu einem Fair Isle Kurs ging, saßen wir zu dritt bei Asa Tricosa. Wer sie nicht kennt: sie ist eine schwedische Designerin, die mit dänischem Mann in Deutschland lebt :) Eine wirklich nette Frau, die uns ihre Ziggurat-Methode in wirklich knappen drei Stunden beigebracht hat. Als sie reinkam, meinte sie schon, wir müssten etwas ranklotzen. Wir haben eine komplette Schulterpartie eines Top-Down-Sweaters gestrickt (ok, in Babykleidungsgröße; für mehr hätte die Zeit nicht gereicht). Die Methode selber ist im Grunde schon einfach, aber hätte ich alleine vor der schriftlichen Anleitung gesessen, hätte ich mir garantiert die Haare gerauft. Aber so... Sie hat alle Schritte echt gut erklärt und ich habe sehr viel Freude an dem Kurs gehabt. Wer also die Möglichkeit hat, einmal bei Ihr etwas zu lernen, der soll sie wahrnehmen. Zwar finden ihre Kurse in englischer Sprache statt, aber ich glaube, auch für weniger Geübte dürfte das kein Problem sein. 

Während der Kurs lief, haben wir (zu meiner großen Freude) das Anfangsgedränge verpasst. Bei der Wollmeise soll es ja schon wieder heiß her gegangen sein, aber all das schwebte an uns vorbei. Mein Focus liegt eh wo ganz anders. Nach diesen drei Stunden hatte ich nämlich erstmal Hunger, und eine Bockwurst musste her. Danach gings auch für uns ins Getummel. Es waren sehr viele Leute da, aber immerhin konnte man schonmal herumgehen und auch was sehen. Mein erster gezielter Weg führte mich zu STwist Wool. Ich sage nur irish, handspun, naturally dyed, genau meins! Wer mal hier liest, stellt fest, dass die Wolle extrem schonend verarbeitet und pflanzlich gefärbt wird. Die Wolle stammt von Schafen aus der Gegend und all das zieht mich quasi magisch an. Ich habe mir zwei Knäule Naturfarbenes mitgenommen, einmal vom Jacob Schaf aus und einmal Shetland; beide aus Wicklow. Als ich den Verkäufer ansprach, meinte er, wir kennen uns doch und wir hätten uns doch in Edinburgh schon unterhalten. Ja, das kann sein, die Welt ist jedenfalls mal wieder eine Erbse. Ich habe ihn gefragt, ob er im nächsten Jahr wieder dort ist, aber das wollte er von Verkaufserfolg hier in Hamburg abhängig machen. Leider leider bin ich glaube ich eine der Wenigen, die nicht unbedingt auf kunterbunte Merinowolle steht, sondern das Besondere, eigentlich das Natürliche sucht. Aber wer weiß, ich schreibe ihm mal, vielleicht kann ich ihn überreden. 



Sabine war auch da. Die kenne ich von meinen Spinntreffen, und Sabine macht tolle Pflanzenfärbungen. Wir haben ein bisschen geplaudert und ein Lacestrang musste dringend mit. Der ist im Übrigen mit Alkanna gefärbt. Mal sehen, was daraus werden wird.



Nach unserem Kurs haben Nathalie und ich beschlossen, unser Wissen gleich mal umzusetzen, und ein Modell von Asa Tricosa zu stricken. Ich habe mir die Strickjacke Kronoki ausgesucht und brauchte dafür Wolle. Eigentlich hätte ich gerne bei The Little Grey Sheep gekauft. Auch wieder so ein britischer Händler, der mal was anderes hat, und mich allein deswegen schon interessiert. Deren Wolle war wundervoll, aber gerade in der Farbe, die mir als erstes ins Auge sprang, waren nicht mehr genügend Knäule da. Mist! Fündig bin ich dann beim Wollkenschaf geworden. Leider auch "nur" Merino, aber in einer schönen erdigen Farbe und mit einem lustigen Logo :) The Little Grey Sheep muss warten, bis ich wieder in UK bin (so lange dauert das ja nicht mehr). Bis dahin werde ich mir also hieraus eine feine Strickjacke machen!



Ich glaube fast, das war auch schon der Samstag. Wir haben uns noch eine Weile in die Lounge gesetzt und gesabbelt und gestrickt. Ich habe an diesem Tag viele liebe Leute wiedergesehen und neu kennen gelernt. Die Sandra vom Tierischen Gestricke Podcast habe ich schon morgens in der Ubahn getroffen. Alles in allem ging der Tag so rasend schnell rum, dass ich fast froh bin, mich nicht ganz fest verabredet zu haben. Das wäre schnell stressig geworden. Aber man findet sich ja früher oder später auch so. Am Ende des Tages haben wir uns dann noch mit einem Haufen Frauen aus der Ravelry Podcastergruppe im Balutschistan zusammengefunden; ein pakistanisches Restaurant mit wirklich leckerem Essen. Nachdem wir die Kellner etwas genervt und verwirrt haben, haben wir auch genügend Tische anbauen können, damit alle Platz hatten. Fein wars, auch wenn ich gegen 21 Uhr schon wieder in der Bahn nach Hause saß. Müde war ich, und platt.



Schnell geschlafen, sind wir Sonntag wieder zum Ort des Geschehens gefahren. Dieses Mal waren die Schlangen nicht lang und auch an den Verkaufsständen war es unglaublich entspannt. Man tröpfelte so dahin und hat noch dies und das gefunden. Für mich gabs als erstes zwei pummeligflauschige Alpakastränge von Seehaver & Siebert. Daraus muss dringend ein Cowl werden, auch wenn ich nicht das Muster dafür verwenden kann, was ich im Kopfe hatte. Da muss ich noch tricksen. Aber draussen sind es aktuell (während ich den Artikel schreibe) weit über 25 Grad, von daher ist das noch nicht akut. Fein in hell- und dunkelgrau macht das schon was her, finde ich.



In einer Ecke stand ein kleiner Stand mit handgesponnener Wolle. Teils war die gefärbt, teils nicht. Es hingen noch Pflanzenkrümelchen drin und das Ganze roch noch leicht nach Schaf. Wieder genau meins, also habe ich mir einen Strang Zwartbless gekauft. Gereizt hat mich die Ungleichmäßigkeit, das finde ich in dem Strang sehr schön. Und die Farbe; ich liebe tiefes braun! Klar kann ich das auch selbst, und klar kann ich das auch gleichmäßig, aber darum ging es gar nicht. Die Verkäuferin ist übrigens eine Schottin gewesen (es zieht mich wieder magisch auf die Inseln), aber sie lebt in Deutschland. Ihr Shop heißt Woolyimpi und ich mochte, was sie anbot.



Zwischendrin haben wir uns nochmal nach draussen gesetzt und gestrickt. Ab und zu muss man mal sitzen und runterfahren. Irgendwann sind wir zum Balzac Coffee rübergegangen und haben uns Süßes geholt, weil es auf dem Wollfest leider keinen Kuchen gab (oder wir haben ihn nur nicht gefunden). Wir brauchten nämlich Energie, denn wir hatten auch wieder einen Kurs vor uns. Den Fotokurs von Nicolor. Nicola designt unter Anderem tolle Strickstücke und hat uns etwas darüber erzählt, wie man seine Werke fototechnisch in Szene setzt. Nun ist es so, dass ich fotografieren kann, wenn ich Lust und Zeit habe, aber ich höre mir auch gerne Ideen anderer an, denn manchmal bekommt man doch Tipps, auf die man noch so gar nicht gekommen ist. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht; ich mag Ihre Art sehr gerne! 

Bevor ich es vergesse, ich habe ja noch zweimal Wolle für find-ich-einfach-schön mitgenommen. Aus dem BC Wolle-Leinen-Seide-Garn in "meinem" rot wird ein schmaler Schal und aus dem Glitzergarn von PondeRosa (was ist los, ich bin nicht der Glitzertyp) werden natürlich Socken. Die Farbe sprach mich an, und Glitziblitzi trage ich nur an den Füßen!

 


Fazit:
Das Fest hat mir sehr gut gefallen. Die neue Location war gut, wenn auch manchmal verwirrend. Um von einer Verkaufsebene zur anderen zu kommen, musste man durch einen riesigen Fahrstuhl durchgehen. Wir haben häufig gelacht bei dem Versuch, noch schnell durchzuhuschen. Leider war in dem einen Raum kein Tageslicht, das fand ich im Audimax damals weit besser, aber ich möchte mich nicht beschweren. Das Gebäude eignete sich super und durch das Umherwandeln durch die Gänge und die Ebenen traf man immer mal jemanden. Leider ist ja nicht immer Zeit, sich mit jedem ausgiebig zu unterhalten, aber ich habe mich trotzdem über jedes einzelne bekannte Gesicht riesig gefreut!  Sitzgelegenheiten gab es gefühlt nicht so viele, aber wirklich schlimm fand ich das nicht. Die Händlerauswahl war wieder super! Enttäuscht war ich lediglich von den angebotenen Spinnfasern. Es gab fast nur Merino oder Merinomischungen, die mich leider nicht reizen. Auch die Färbungen haben mir nicht gefallen. Aber das ist wohl auch ganz gut so, wenn ich an meine Vorräte denke :) Jedenfalls Daumen hoch für die Veranstalterinnen! Weiter so, ich freue mich auf das nächste Fest, wenn es denn stattfinden sollte!

In diesem Sinne...







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Sonntag, 28. August 2016

03. - 04. September: Wollfest in Hamburg!

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Ihr Lieben, 

bald ist es soweit. Das Hamburger Wollfest steht schon fast direkt vor der Tür. Ich freue mich sehr darauf, nicht zuletzt weil ich zwei Workshops belegt habe. Als vor zwei Jahren das Fest zum ersten Mal stattfand, hatte ich gerade mal mein erstes Strickstück angeschlagen und wusste nicht so recht, wonach ich gucken wollte oder wie das Ganze überhaupt sein wird. Kurse hatte ich keine, also bin ich ganz unbedarft dort hingefahren. Man gut, heute sieht das anders aus. Ich belege zum Beispiel einen Pulloverkurs bei Asa Tricosa, zusammen mit Ina und Nathalie, und ich freue mich riesig drauf. Was die Aussteller angeht, habe ich schon hochinteressante Dinge gesehen und werde sicherlich das ein oder andere auch kaufen. 

Für alle, die auch gerne hinfahren möchten, können auf der Seite des Wollfestes alle nötigen Infos finden. Nur kurz: es wird in der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg im (klimatisierten) Mittelweg 42 sein. Wenn man an der Station Dammtor aussteigt, ist das noch eine gute Viertelstunde zu Fuß, wenn man mit der Ubahn bis Hallerstraße fährt, sogar nur 6 Minuten. Bis zum 31.08. kann man sogar noch Workshops buchen (dann ist der Eintritt inklusive), ansonsten gibt es die Eintrittskarten nicht mehr vorab. Aber an der Tageskasse kommt man auf jeden Fall auch rein.


Achja, parken kann man dort wohl im nahegelegenen Parkhaus, aber an diesem Wochenende ist auch das Alstervergnügen, wo es jedes Mal brechend voll ist. Ich wäre mir also nicht sicher, ob da dann wirklich noch Plätze frei sind, denn das ist nicht weit weg. Also überlegts Euch, es lohnt sich. Die Veranstalterinnen geben sich große Mühe und wenn es nur halb so gut wird wie 2014, dann wird es wieder fantastisch!


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Sonntag, 21. August 2016

Lac Dye - die andere Läusefärbung

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Es ist schon etwas seltsam, das hier unter "Pflanzenfärberei" zu schreiben, aber da es nicht so überragend viele "Tierfärbungen" gibt, ist es ok. Lac Dye. Was ist das? Woher kommt das und was macht man damit?

Was ist Lac Dye?
Der rote wasselösliche Farbstoff wird von der Lackschildlaus (Kerria lacca) geliefert. Man findet sie in Südostasien, wo sie als Parasiten auf Wirtsbäumen leben. Da sie diese zerstören, wurden sie irgendwann kultivert und treiben nun auf sehr kleinen Flächen "ihr Unwesen". Sie leben dort z.B. auf Gummibäumen oder der Pappelfeige. 

Wie wird der Farbstoff gewonnen?
Die Weibchen ernähren dich von den jungen Trieben der Bäume, indem sie denen den zuckerhaltigen Saft aussaugen. Die Männchen begatten die Weibchen und sterben dann ab. Das Weibchen umhüllt sich mit einem harzigen Sekret, das die Larven, die in ihm wachsen, schützen soll. Dieses Sekret härtet aus und bildet dann eine bis zu 8mm dicke Kruste. Luft bekommt die Gute durch kleine Tunnel, die sich in der Kruste befinden. Sind die Larven geschlüpft, kriechen sie dadruch auch nach draussen. Pro Weibchen gibt es ca. 1000 Larven. Nachdem die draussen sind, stirbt das Weibchen ab und alles beginnt mit den neuen Läusen von vorne. Je nach Lausart dauert so ein Zyklus vier bis acht Monate.

Von Harold Maxwell-Lefroy; Bildquelle: Wikipedia

Zweimal im Jahr werden die krustigen Zweige geerntet und in Stücke geschnitten und so als Stocklack verkauft. Daraus wir dann Schellack (Schellackplatten; na wer kennt sie noch?) und auch das Lac Dye hergestellt. Das Lac Dye befindet sich in den Eiersäcken des abgestorbenen Weibchens. Die werden vom festen Sekret getrennt, indem es gemahlen und gewässert wird. Es wird gefiltert und verdampft, bis der Farbstoff übrig bleibt. Das ist dann die Laccainsäure, mit der ich gefärbt habe.

Schellack; Bildquelle: Simon A. Eugster
Lac Dye Pulver


Wie lange gibts das schon?
In China, Tibet, Indien und umzu schon lange. In der Antike nutze  man es dort schon zum Färben von Seide und Wolle für die Kleidungsherstellung, und auch zur Kosmetik wurde es verwendet. Die gefärbte Wolle wurde oft in Teppiche verwebt, die es im Mittelalter auch schon in Europa gegeben haben soll.

Und sonst so?
Und sonst wird heutzutage auch viel damit gemacht. Schellack dient als Überzugsmittel für Drops und Pillen oder als Trennmittel bei Gummibärchen. Auch in Naturkosmetikhaarspray kann es drin sein. Das ist also schon nicht wenig, wenn man bedenkt, dass die Ernte sehr mühsam ist. Wer bisher aus Tierschutzgründen nicht mit Cochenille färben wollte, hätte hier eine Alternative, weil das Weibchen vor der Ernte sowieso abstirbt (weil die Natur das so vorsieht) und die lebenden Larven das Harz verlassen haben, um sich Ihrerseits weiterzuvermehren. Es lohnt sich, die Farben sind großartig.

Die Färbung:
Ich habe mir bei Kremer Pigmente eine Portion Lac Dye gekauft und nach einem Rezept von Dorothea Fischer (über das Buch schreibe ich später noch was) verarbeitet. Von ihr weiß ich, dass sie oft deutlich zu viel Farbstoff verwendet, aber da ich das zum ersten Mal verwendet habe, habe ich mich an eines ihrer Rezepte gehalten. Dafür brauchte ich zum Glück nur 5%, denn Lac Dye ist nicht unbedingt ein Schnäppchen. Mit Alaun und Weinsäure wurde vorgebeizt und der Rest lief ab wie bei einer Standardflottenfärbung. Farbstoff im Wasser auflösen, erwärmen, färben, fertig.

Geplant hatte ich, einen weißen Strang im ersten Zug zu färben und einen vorab mit Indigo gefärbten im zweiten Zug. Interessant war, dass sich das Lac Dye komplett auf die Faser begibt und das Wasser mit der Färbezeit immer klarer wird. Das kenne ich so nur von Säurefarben. Ist natürlich nicht so praktisch für einen zweiten Zug, aber ich wollte es versuchen. Der zweite Strang hat den Rest Farbe schnell weggeschlüft und ich dachte, ich leg noch etwas nach.


Ich habe allerdings den Fehler gemacht, das Pulver so ins heiße Wasser zu geben. Erst wunderte ich mich noch, dass es sich nicht rot verfärbt, bis mir das Licht aufging: gibt man das Pulver ins heiße Wasser, verklumpt es sofort. In meinem Fall mit und in der Wolle (egal, lila ist eh nicht mein Ding; das war nur ein Test). Man kann Farbstoff nachgeben, sollte ihn aber unbedingt vorher in kaltem Wasser lösen.
Am Ende hatte ich also diesen lila Strang, der nun nicht entfernbare Klumpen hat und einen wunderbar knallroten, nicht ausblutenden Wolle-Seide-Strang in den ich mich schon ein bisschen verliebt habe.


Ich werde auf jeden Fall weitere Rezepte testen, denn der Farbstoff hat mich überzeugt. Allerdings werde ich an den Mengen schrauben. Mal sehen, wie weit ich mit meiner Farbstoffdose noch komme.

Ein Buch zum Thema
Ich hatte eben Dorothea Fischer erwähnt. Viele kennen ihr "Naturfarben auf Wolle und Seide"-Buch. Ein Buch, dass ich ganz toll finde und das gerade auch für Färbeanfänger super ist (aber nicht nur für die). Wenn man es nicht auf historische Korrektheit anlegt, ist das ein wirklich tolles Buch. Frau Fischer hat auch zum Lac Dye ein Buch geschrieben. 


Mit fast 30 € auch nicht das günstigste, aber ich dachte, wenn das so schön ist wie das vorige, lohnt sich das. Leider wurde ich etwas enttäuscht. In dem Buch findet sich natürlich eine Beschreibung, was Lac Dye ist, wo es herkommt, ein ganz kleiner geschichtlicher Ausflug usw. Das ist nicht verkehrt. Des weiteren liest man einen Reiseberichteiner Dame, die sich mit dem Thema beschäftigt hat. Soweit auch interessant. Aber dieser Bericht ist danach nochmal auf englisch abgedruckt und ich frage mich: wozu? 
Die ersten 51 Seiten von 160 sind somit schon voll. Es folgt ein allgemeines "wie färbe ich". Auf 27 Seiten folgt dann ein reich bebilderter Rezeptteil mit sage und schreibe sieben Rezepten. 40 weitere Seiten werden mit bildreichen Strickanleitungen gefüllt. In einem Färbebuch? Muss das sein? Nach einem dreiseitigen Bildnachweis folgt dann 10 Seiten lang eine sehr farbige Aufreihung von Shops, in denen man Material kaufen kann (in ein paar Jahren gibts die im schlimmsten Fall gar nicht mehr). Die Seiten zwischen den einzelnen Abschnitten sind komplett leer. Weiß. Nicht gefüllt. Die verwendeten Bilder sind teilweise doppelt (Blickwinkel von rechts, während jemand den Strang aus dem Topf hebt, Blickwinkel von links - gleiche Szene) und auch überflüssig (Menschen beim Bügeln). Menschen beim Stang ausquetschen von links, Menschen beim Strang ausquetschen von rechts. Versteht Ihr, was ich meine? Es wurden wirklich sehr viele Bilder als Füllmaterial verwendet, weil das Buch textlich nie und nimmer auf 160 Seiten gekommen wäre. Leere Seiten, Füllbilder und eine unschöne, leicht hingehuschte Formatierung der Texte und Bilder geben ihr Übriges. Ich frage mich, warum man das macht? Die Informationsausbeute dieses Buches beträgt mit Hängen und Würgen ein Drittel. Wenn überhaupt. 

Naja nun habe ich es hier liegen. Ist dann so. Zur farblichen Ausbeute von Lac Dye kann ich jedenfalls sagen; es lohnt sich. Ich werde noch eine kleine Portion ins Sonnenfenster hängen und eine in eine schwarze Schachtel packen. Mal sehen, wie lichtecht das Ganze ist.

Rote Grüße...


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Mittwoch, 3. August 2016

Spinnwirtel drechseln?

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Habe ich auch vor. Eine Drechselbank habe ich vom weltbesten Papa geschenkt bekommen. Da ich noch Urlaub habe, werde ich in der Werkstatt mal Tabularasa machen und alles herrichten. Zwar weiß ich noch nicht so recht, wie alles funktioniert, aber da gibts bestimmt einen Papakurs. Und dieses Video:


Das sieht nicht so schwer aus. Ich denke, das kriege ich hin. Heute treibt mich aber nichts mehr raus; ich werde noch weiter nach Spindelbauvideos surfen. Das Internet hält einfach zu viele Ideen bereit...


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Sonntag, 31. Juli 2016

Die Erdmiete

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Jemand fragte, wie man Kartoffeln, sodenn man denn sehr viele zu Hause geerntet hat. Nach diversen Vorschlägen kam auch der einer Erdmiete. Mir war das nur noch grob im Gedächtnis, was das ist, und so habe ich gegoogelt:


Mir war es nicht unter dem Begriff bekannt. Das ist extremst klasse und ich würde sowas auch gerne haben. Zwar baue ich nicht die Mengen an Gemüse an (dieses Jahr sind es tatsächlich nur Kräuter), aber man kann ja auf dem Wochenmarkt oder beim Demeterhof mal einen größeren Einkauf machen.

Der Bau ist nicht so kompliziert; man braucht keine aussergewöhnlichen Materialien dafür. Im folgenden Video müsst Ihr Euch mal die Monstermöhren angucken :)


Hier nochmal eine Schemazeichnung: Erdmiete

Ich muss mal genauer darüber nachdenken. Der Garten ist schießlich groß genug und das, was man im Supermarkt so den Winter über bekommt, ist auch ehr... fragwürdig und weit gereist. Das muss ja nicht sein.

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Samstag, 30. Juli 2016

Die Maus und die bunte Wolle

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Kennt Ihr noch Christoph von der Sendung mit der Maus? 



Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch!

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Donnerstag, 28. Juli 2016

Die Tour de Fleece ist vorbei...

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... und ich habe deutlich mehr geschafft als ich vorab gedacht hatte. Mein Ziel war es, jeden Tag so um die 30 Minuten zu spinnen. Weniger ungern, mehr wenn ich Laune habe.  Das Ziel habe ich, trotz der Tage an denen ich keine Zeit hatte, bei weitem überschritten. Im Schnitt habe ich, wenn man die Ruhetage abzieht (und sogar den Tag dazuzählt, an dem ich nicht konnte), 108 Minuten täglich gesponnen. Das sind über 1,5 Stunden und fast 550g Fasern sind dabei zu Garn geworden. Meine Strickerei und alles andere ist dabei natürlich völlig liegengeblieben, obwohl ich mir gesagt hatte, wenn ich 30 Minuten spinne, kann ich noch genug stricken. Pustekuchen.

Was habe ich also verwurstet?

Oben links sieht man Maulbeerseide, die ich in einem Versuch vor Ewigkeiten mal mit Säurefarben gefärbt habe. Seide zu spinnen ist erst etwas kniffelig, geht dann aber immer flotter von der Hand. Ich lese oft, dass man sie nicht so aus einem Kammzug heraus spinnen könnte sondern das lieber "aus der Falte" machen sollte, aber mir ist beides gut gelungen. Ist halt eine kleine Übungssache, aber das geht schon. Verzwirnt habe ich sie navajo und so hat sie eine Lauflänge von 408m/100g.

Unten links: ich habe die erste Portion meiner tollen Mitbringsel vom Edinburgh Yarn Festival versponnen. 50 Gramm Manx Loaghtan. Anfangs hatte ich nicht so viel Spaß daran, weil sich die noch leicht lanolinhaltige kardierte Wolle nicht sehr gut ausziehen ließ. Die Singles sind recht gnubbelig geworden, aber dennoch dünn. Verzwirnt gefiel mir das Ganze dann echt gut. Das Garn ist robust und gar nicht mal so kratzig und ich liebe die Farbe und ich liebe auch die Manx Schafe. Eine Lauflänge von 286m/100g ist ungefähr mein Standard und ich bin so happy damit, dass ich davon garantiert mehr brauche. Nach dem Entspannungsbad hat sich das Garn derart aufgeplustert, dass die Abbindefäden echt stramm saßen :)

In der mittleren Reihe ist auf dem oberen Bild mein Polwarth-Seide-Kammzug; auch navajogezwirnt mit einer Lauflänge von 288m/100g (haha!). Ein Monsterknäul. Vor der Tour de Fleece habe ich damit schon angefangen und während der Tour eigentlich fast nur noch verzwirnt. Daraus wird wohl ein großer Cowl werden...

In der Mitte (ganz in der Mittenmitte) ist das Garn aus den Bergetappen bzw. den Challenges. Da ging es unter anderem um möglichst dickes Garn und um meine eigene Aufgabe, im langen Auszug zu spinnen. Ich habe alles zusammengewzirnt und habe nun ein... ja ich weiß noch nicht was. Ein Testknäul; mal sehen, was ich damit anstelle. In dickem Garn bin ich auf der Spindel besser und der lange Auszug wird nie mein Freund werden.

Das untere Bild in der Mittleren Spalte zeigt einen Landschafmix. Ich habe das Batt mal aus einem Tauschpaket entnommen. Die Wolle ist robust und hat viele Knötchen drin gehabt, aber mit einer Lauflänge von 267m/100g werde ich das für dicke Sofastrümfe verwenden. Pink steht mir nicht gut zu Gesicht, aber am Fuß mag ich das.

Auf der rechten Seite sieht man all die Ministränge, die ich aus dem Faseradventskalenderinhalt gesponnen habe. Naja zumindest dem Rest davon, einige hatte ich ja vorab schon fertig. Es waren interessante Mischungen dabei! Alle Stränge sind navajogezwirnt und sie haben recht unterschiedliche Lauflängen. Daraus werde ich mal einen Ringelschal stricken.


Ja, das waren sie, die drei Wochen voller Spinnkram. Es war wunderbar, all die schönen Bilder in den Teamthreads zu bewundern, auch wenn ich nicht allzuviel kommentiert habe. Da wäre ich sonst zu nichts anderem mehr gekommen. Was neu war: ich habe mit den Podcastermädels häufiger mal per Hangout ein virtuelles Treffen gehabt. Das hat sehr viel Spaß gehabt; wir haben gequatscht, gesponnen und uns auch mal geschäftig angeschwiegen. Es war toll mit Euch! Gerne wieder!

Und der Clou kommt zum Schluss: es gab Verlosungen. Ich hatte Glück und gehöre zu den Gewinnern (YAY!); ich habe eine Handspindel gewonnen! 16g leicht, aus Ahorn mit einem Achatring. Ich freue mich wie Bolle und werde Euch ein Bild zeigen, sobald sie da ist! Im anderen Team wird am Wochenende noch etwas verlost, aber ich gehöre nicht zu den Personen, die zweimal  hintereinander Glück haben. Falls doch... ich lasse es Euch wissen :)

Fazit: auch wenn ich fast nichts anderes geschafft habe: drei Wochen Dauerspinnerei und Hangouterei hat mir sehr viel Spaß gemacht! Nun werde ich mich aber wieder dem Gestricke zuwenden. ein Tuch habe ich schon zuende gemacht, die anderen folgen hoffentlich im August...

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