Samstag, 7. April 2018

Die Einzelstrang-Kampagne 2018

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Während ich meinen letzten Blogpost geschrieben habe, kam mir eine Idee. Beim relativ wahllosen Kaufen von Wolle, die man sieht und meint, man könne ohne sie nicht mehr leben, sammeln sich mit der Zeit einige Einzelstränge an. Oftmals (jedenfalls in meinem Stash) passt dann eins nicht zum anderen. Die Farben sehen nebeneinander nicht gut aus, die Garnstärke passt hinten und vorne nicht zusammen oder für das angepeilte Projekt braucht man dann definitiv doch mehr als einen Strang. Bei Lacegarnen geht das noch, aber bei 100g Sockenwollstärke oder DK endet das oftmals mit den sinnvollen Projekten schon schnell, und Socken stricken mag ich einfach nicht. Was also tun?

Bücher zum Thema „was mache ich aus einem Knäul Wolle“ gibt es einige. Unsere Bibliothek bietet die als Onlineversion an, und da habe ich mal eins geliehen. Kostet nichts extra und ich muss auch nicht losfahren. Gar nicht schlimm also, wenn am Ende nichts verwertbares dabei herum kommt. So war es dann auch; die vorgestellten Projekte waren hässlich, nutzlos und kitschig (jedenfalls für meinen Geschmack). Also landete ich doch wieder bei Ravelry und durchforstete 98751865 Strickanleitungen.  Aber da sind tolle Sachen dabei gewesen, und ich habe einige Knäule schon gedanklich einzelnen Projekten zugeordnet. Zeit für mich, hier eine neue Kategorie einzuführen: die Einzelstrang-Kampagne. Vielleicht schaffe ich es ja, in jedem Monat ein Projekt zu fertigen, das aus genau einem einzelnen Knäul Wolle besteht. Oder Projekte zu finden, in denen ich einen unwilligen Einzelstrang untergebracht habe. Vielleicht finde ich sogar gute Projekte für all die handgesponnenen Stränge, die sonst für so gut wie nichts reichen?

Fange ich mal mit einem Cowl an; dem „That Nice Stitch“ von Susan Ashcroft

Bei meinem letzten Wollfestbesuch im März habe ich eigentlich darauf geachtet, keine Einzelgarne zu kaufen, um oben genanntes Problem gar nicht erst aufkommen zu lassen. Nur bei einem bin ich schwach geworden, doch ich hatte schon eine Idee im Kopf. Einen Cowl wollte ich, ein kleineres, halsnahes Teil, das ich schnell überziehen kann und das verhindert, dass mit der Wind in das Dreieck der Jacke zieht, dass sich zwischen den Reißverschlussseiten und der Schalunterkante gerne mal bildet. An einem Strang aus Merino, Yak und Seide konnte ich nicht vorbei; die Wolle Tibetan DK von Martins Lab hat es mir angetan:


Das Muster, das ich mir dafür herausgesucht habe, ist das „That Nice Stitch“, das so gestaltet ist, dass man den Cowl auf einen Wunschumfang bringen kann oder eben strickt, bis die Wolle verbraucht ist. Man muss hier nicht stur nach Anleitung stricken, man kann auch gut variieren. Die Wolle ist relativ dick und strickt sich so wunderbar, dass der Cowl auch in Kürze fertig sein wird.


Strang eins erfolgreich verwendet! Ich stöbere mal weiter, ob ich noch mehrere Cowl-Pattern finde, die sich aus einem Strang dessen machen lassen, was ich noch im Vorrat habe. Vielleicht habt Ihr ja auch Ideen oder Tipps für mich? 

Kampf den Solos! 

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Mittwoch, 4. April 2018

Keine Extras - Nur Möhrchen!

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Womit andere am Beginn eines Jahres anfangen, das kommt mir jetzt in den Kopf. Aufräumen, ausmisten, sich von Dingen trennen – die große Umkrempelei. Als Aufhänger dient mir die Tochter einer Freundin, der gesagt wurde, man braucht nicht alles doppelt und dreifach. Im Kindergarten dann zur Faschingszeit sollten Masken gebastelt werden, aber Emma wollte lieber etwas anderes machen: „Meine Mama sagt, man braucht nicht von allem zwei oder mehr, und eine Faschingsmaske habe ich schon. Ich geh malen.“… Kluges Kind! Ich merke seit geraumer Zeit auch, dass ich von vielen Dingen viel zu viel habe. Zu viele Stifte, zu viele Tees, zu viel dies, das und irgendwas. Zur Zeit belastet mich das; ich verliere den Überblick, und das kann ich nicht gut haben. Also was tun?



Sich mal etwas neues Kaufen macht keinen Spaß mehr

Gegen „zu viele Stifte“ hilft nur schreiben, das ist klar, und ich gebe mir auch redlich Mühe. Aber dank meiner frisch wiederentdeckten Liebe zu Füllfederhaltern zehre ich gerade von meiner Tintensammlung und alles andere bleibt links liegen. Bei den Tees bin ich sehr fleißig und trinke sehr viel davon. Zugegeben, wenn ich das alles irgendwann aufgebraucht habe, braucht mir erstmal keiner mehr mit Grüntee oder Chai kommen. Warum ich davon so viel habe, weiß sowieso nur der Geier. Wir haben bei uns einen kleinen, netten Teeladen, und ich würde dort zu gerne mal wieder verschiedene Dinge testen, aber wenn ich immer im Hinterkopf habe, dass meine Vorräte irgendwann auch mal schlecht werden könnten und ich vielleicht die lieber erstmal trinken sollte, dann vergeht mir der Kaufspaß. Viel schöner ist es doch, sich etwas zu gönnen und es gleich auszuprobieren; ohne dem Teufelchen auf der Schulter, das zetert „Du hast aber noch …….. meh meh meh“ (Tee oder Stifte ist frei ersetzbar durch alles andere, was sich so mit der Zeit türmt).

Vorhandenes verliert an Reiz

Das ist nämlich genau das Ding (bei mir): wenn ich zu viel habe, kann ich mich über Neues nicht so sehr freuen. Das ist bei Wollsträngen und Fasern zum Beispiel genau das Gleiche. Oder bei Stoffen! Ich habe kistenweise Auswahl, aber je länger das liegt, desto mehr verliert es seinen Reiz. In der Stoffkiste horte ich ja auch einiges an kleinen Stücken, aus denen ich „nochmal irgendwas“ machen kann; die zu groß und zu schade zum Wegwerfen sind, aber zu klein, um wirklich was gescheites daraus zu machen. Am Wochenende packte mich dann der Rappel. Für meine Verhältnisse habe ich wirklich viel rausgesucht, aus dem ich garantiert nichts mehr mache. Keine Taschen, keine Beutel, gar nichts. Die färbbaren Stoffreste habe ich gegen Porto und eine Tafel Schokolade hergegeben. Man kann bestimmt für alles noch Geld verlangen; ganz billig waren die ja nun auch nicht, aber was soll das? Farbige Reste habe ich auch noch so viele. Weg damit. In der großen Kiste ist wieder etwas Luft und das tut wirklich gut.

Neuer Wahlspruch hilfreich?

Neulich im Supermarkt musste ich nur Möhren kaufen, mehr brauchte ich gar nicht. Oft ist es aber so, dass ich nochmal hier und nochmal da gucke. Es gibt ja doch immer mal Schnickschnack, der einem vermeintlich praktisch oder toll vorkommt, und der dann noch mit im Einkaufskorb landet. Oder eben Dinge wie Tee, die ich eh schon im Überfluß habe. Ich habe mir da die ganze Zeit innerlich aufgesagt „Keine Extras – nur Möhrchen“. Der Spruch ist eigentlich gar nicht schlecht, den habe ich seitdem schön häufiger vorgekramt, denn er ist so schön auf alles anwendbar. Meistens halte ich mich sogar daran und finde das gerade richtig gut. Ich verbiete mir nichts, aber ich denke zweimal nach, ob ich das wirklich haben will oder nicht.

Die Lösung?

Der totale Knüller wäre folgendes (an meinem Sarkasmus merkt man, dass ich davon aber noch weit entfernt bin, und auch selber nicht so recht daran glaube): nur eine Kiste mit Wollsträngen. Da muss ich lange dran stricken und ich mag mir gar nicht ausmalen, wie lange ich brauchen würde, um das Ganze auf (sagen wir es mal in Ikea-Worten) auf eine 65-Liter-Samla-Kiste herunter zu brechen. Bei den Spinnfasern ist das genauso, aber eine Kiste… das wäre echt übersichtlich, frisst kaum Platz und

Man sieht auch mal Licht am Ende des Tunnels. Immerhin besitze ich über 14 Kilogramm Fasern aller Art. Bis dahin ist es somit noch ein langer Weg. Bei den Stoffen beschränkt sich das Ganze immerhin auf eine einzige 130-Liter-Samla-Box (hahahahaha).

Noch ein unerhörter Gedanke kam uns: wie es wohl wäre, wenn man nur noch in der Situation wäre, wo man sich ein Schnittmuster aussucht, mit dem dann in den Laden geht und sich passend und nur dafür Material besorgt? So ganz ohne Vorräte? Ohne „ich hätt noch xy, shiete reicht nicht ganz“? Lachen mussten wir beide, obwohl ich die Vorstellung eigentlich total gut finde. Aber wie schon gesagt, bis dahin… der Weg ist lang.

Anpacken? Ich schon. Meine rausgelegten Reste werde ich sicherlich auch noch los, viel will ich gar nicht dafür haben. Ich bin froh, wenn das Ganze nicht mehr hier bei mir ist. Trennen kann ich mich immer nicht so gut, aber wenn die Sachen dann erstmal weg sind, vermisse ich sie gar nicht mehr so sehr (nicht so sehr oder eben auch gar nicht). Auch erstaunlich, oder? Aus den Augen, aus dem Sinn.



Fazit

Das war jetzt schon wieder viel Text und wenig (gar kein) Bild. Gedanken über Gedanken, zu denen man immer lapidar „hahaha klappt eh nieee“ sagt. Aber warum eigentlich nicht? Was wäre daran so abwegig? Vor allem: was wäre daran so verkehrt? Tut es weh? Verfällt man in Langeweile? Vergibt man sich was? Wohl kaum. Ist ja nicht so, dass es nie was wieder gibt.



Oder?




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Montag, 2. April 2018

Ein Freitagsnachmittagsprojekt - Raffirock!

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Wenn es mit den Projekten mal nicht so klappen will, braucht man etwas schnelles; ein kleines Erfolgserlebnis, einen Motivator für alles andere. Meine Nähereien sind derzeit etwas ins Stocken geraten. Der Mantel schreitet nicht wirklich voran, da ich dort noch sehr viele Anpassungen machen muss. Ausserdem macht das Nähen von Futterstoff alles andere als Spaß. Beim Stricken sieht das nicht anders aus; ich ribble mehr und stricke zurück als alles andere.

Auf dem Blog von Ollewetter, den es leider nicht mehr gibt, wie ich soeben feststellen musste, habe ich letztes Jahr einen schönen Rock gefunden. Der heißt Raffi-Rock und ist ein Ober- samt Unterrock, an dem der Oberstoff an einer Seite etwas hochgerafft werden kann.



Den finde ich wirklich toll und ich glaube, ich muss mir mal ein ähnliches Oberteil dazu stricken :) Stoff habe ich dafür im Dezember schon gekauft, als ich auf der Suche nach einem Mantelstoff für mein derzeitiges Unmutsprojekt war. Mein Unterrock wird aus einem senfgelben Baumwollmousselin mit aufgedruckten Ginkoblättern bestehen und für den Oberrock habe ich mir khakifarbenen Feincord besorgt.

In der Anleitung wird beschrieben, wie man sich das Schnittteil (eigentlich ist es nur eins) schnell anhand seiner eigenen Maße aufzeichnen kann und wie der Rest des Rockes konstruiert wird, ist auch sehr gut beschrieben gewesen. Schade, dass es den Blog nicht mehr gibt, aber die Schreiberin hatte erwähnt, dass irgendjemand ihr Probleme machen wolle wegen dem Schnittmuster, obwohl sie sich das selber so zusammengereimt und -genäht hat. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es die Seite nicht mehr gibt? Man weiß es nicht. Gut, dass ich mir solche Sachen immer gleich speichere, wenn ich sie entdecke.

Alles in allem kann man, wenn man alle Materialien da hat, innerhalb weniger Stunden einen schönen, neuen Rock haben. Aber...

... das Bündchen wird hier aus diesem Bündchenstoff gemacht, den man als Schlauch kaufen kann. Eigentlich mag ich sowas nicht, weil ich immer an Kinderröcke denken muss, die einfach an- und auszuziehen sein sollen. Sowas kann vernünftig sitzen, wenn der Unterschied von Taillenmaß zum Hüftmaß ein bestimmtes Maß überschreitet. Wenn man aber eine relativ schmale Taille hat (die wie bei mir auch etwas höher sitzt), und dazu einen größeren Hüftumfang, dann ist es entweder am Po zu eng und sitzt oben, oder oben labbert es rum und es sitzt am Po schön. Genau das ist bei mir passiert. Die Dame auf dem Bild ist vermutlich um die Hüfte rum schmal, da sieht das auch super aus (siehe oberes Bild). Bei  mir... ich kann es tragen, aber es gefällt mir nicht so, dass ich total happy bin.

Abhilfe: ich werde ich einer ruhigen Stunde den Bund wieder abtrennen und den Rock insgesamt schmaler machen, so dass er hüftnah anliegt. Dann werde ich aus einem Rest Cordstoff einen richtigen Bund annähen und an der Seitennaht einen Reißverschluß einsetzen.


Ich frage mich, warum viele Schnittmusterersteller und auch Näher/innen sich so um den Reißverschluß herumwinden. Ja, man muss ein bisschen friggeln, und ja, wenn man das noch nie gemacht hat, ist das nicht so leicht. Aber das ist wie bei allem: wenn man das nicht mal ausprobiert, kann man das auch nicht können. warum dann nicht Reststoff nehmen und sowas testehalber einzwei Mal ausprobieren? Das ist kein Hexenwerk, und wirklich schwierig ist es auch nicht. 

Youtube hat da haufenweise Videos im Angebot, zum Beispiel dieses hier:


Einfach mal testen und mutig sein :) Vorteil: man kann einen Rock wie diesen einfach passformschöner nähen und dann noch Dinge wie Gürtelschlaufen annähen. Rücke mit Gürtel sehen nämlich auch gut aus.



Sodenn,
sobald ich Muße habe, werde ich den dann nochmal umarbeiten, damit er mir dann so richtig gut gefällt...

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Donnerstag, 29. März 2018

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei


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++  Extrablatt ++

Für diejenigen, die sich gefragt haben, wo denn meine Podcast-Rubrik „Audio – Das Buntwerk spricht“ hin ist, habe ich Neuigkeiten. Ich habe mir in den ersten Monaten des Jahres ein paar Gedanken gemacht, und zwar über die Zukunft meines Versuchskaninchens Audiopodcast. Was als Experiment vor einem guten Jahr gestartet ist, hat nun zu einem Ende gefunden. Ich habe gemerkt, dass dieses Format an sich mir sehr gut gefällt, mir aber in Verbindung mit allem anderen, was ich so in meiner Freizeit mache, zu viel Arbeit bereitet. Eigentlich ist es nicht übermäßig viel, aber doch gerade eben in dem Maße, in dem es beginnt, mich zu stressen. Stress vertrage ich nicht mehr sehr gut, und so habe ich mich beschlossen, mich von einigen Dingen zu trennen und der Podcast war eben auch dabei.  
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge finde ich so nun also zurück zum rein schriftlichen Format, in dem ich glaube ich besser aufgehoben bin. Oder sagen wir es anders: ich hätte diesen Blog und den Podcast komplett, auch thementechnisch, voneinander trennen müssen, dann hätte er vielleicht eine andere Überlebenschance gehabt.
Sei es drum, ich hoffe, Ihr lest trotzdem weiter mit und ich sage danke an alle, die zugehört haben!

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Mittwoch, 28. März 2018

Edinburgh Yarn Festival 2018 - Rückblick

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Steckbrief Edinburgh Yarn Festival

Datum:
Jedes Jahr (und das seit 2014) Mitte März. Waren es anfangs zwei Veranstaltungstage, sind es mittlerweile drei und ein halber. Von Donnerstag bis Samstag gibt es einen Marktplatz und viele Kurse, die man besuchen kann. Der Sonntag war ein halber Tag für weniger bekannte Händler, die sich und die Wolle Ihrer Schafe vorgestellt haben. Quasi ein Meet & Greet inkl. Wollshopping. Es wurden auch diverse Knitnights angeboten, wo man spontan teilnehmen konnte, und für eine große am Freitag benötigte man auch eine Eintrittskarte. Ebenso wurde wieder eine Podcast-Lounge angeboten, wo man sich mit Podcastern austauschen konnte oder als selbiger z.B. in einem ruhigen Eckchen Interviews führen konnte.

Location:
Wie jedes Jahr im Corn Exchange in der  11 Newmarket Road, Edinburgh EH14 1RJ im südwestlichen Teil der Stadt. Man kommt gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin und kann auch sein Auto unterbringen, denn hinter dem Haus ist ein Parkplatz für diese Veranstaltung. Nicht sehr groß, aber vorhanden. Der Supermarkt nebenan stellt seine Parkplätze nur für zwei Stunden zur Verfügung, aber der ist ja (zu Recht) nur für den Gebrauch dort. Das Corn Exchange ist eine relativ große Veranstaltungshalle, die für das EYF dieses Jahr noch nach hinten raus mit einem Festzelt erweitert wurde, um mehr Sitzplätze für Treffen und Verschnaufpausen zu bieten.

Eintrittspreise:
Die sind mit den Jahren stark gestiegen. Konnte man anfangs das ganze Wochenende für 15 £ nutzen, zahlte man das dieses Jahr schon pro Tag! Nicht gerade ein Schnäppchen, aber einmal im Jahr gönne ich mir das gerne. Im Vorverkauf muss man mittlerweile auch sehr schnell sein und am Abend des Starts direkt buchen, sonst geht man leer aus. Allerdings wird nur die Hälfte der maximal erlaubten Besucheranzahl für das Gebäude mit Vorabkarten bedacht, so dass bisher immer jeder reinkam, der keine Karte ergattern konnte oder spontan hingefahren ist. Man muss etwas Geduld in der Schlange haben, aber bei der Warterei lernt man glaube ich viele nette Menschen kennen.

Wenn man Hunger und Durst hat:
… bieten sich mittlerweile viele Möglichkeiten direkt in der Halle. Im Eingangsbereich, in der Podcast Lounge sowie im Marquee (die Festzelterweiterung) gibt es Kaffee und Kuchen, und auch in mehreren kleinen, manchmal versteckten Ecken wurden ebenfalls kleine Stände aufgebaut, wo man sich für zwischendurch etwas holen konnte. Im Gebäude, allerdings in den Räumen nebenan, befindet sich ein Cafe, das auch geöffnet ist. Nebenan ist ein großer Asda (Supermarkt) und ich bin mir sicher, dass man rundherum auch das ein oder andere finden kann, wo man warm zu essen bekommt.

Die Händler:
Jedes Jahr wieder findet man dort eine sehr gute Auswahl an bekannten und auch unbekannten Händlern, die erstklassige Garne und großartige Färbungen anbieten. Es gibt Garne, Spinnfasern, Webzubehör, Bücher und so einiges an nützlichem Schnickschnack. Die Preise sind relativ hoch, aber in meinen Augen meistens total gerechtfertigt. Unter den Garnen findet man sehr viele in Zusammensetzungen, die man bei den Färbern in Deutschland meistens vergeblich sucht, die aber einfach nur habendswert sind. Die Verkäufer sind allesamt sehr freundlich und man hat so einige nette Gespräche dort.

Die Organisation:
… läuft richtig gut. Es wurden diverse Knitnights organisiert, es gab Themen rund ums Podcasten und jede Menge Kurse, die man buchen konnte. Es gab in unregelmäßigen Abständen Newsletter zu allem, was sich rund um das Festival drehte und Fragen wurden einem z.B. in der EYF-Ravelrygruppe schnell und unkompliziert beantwortet. Der erweiterte Platz zum Treffen und Sitzen hat sich sehr gut gemacht, weil die Leute sich einfach sehr gut verteilt haben und man nicht durch die Gänge geschoben wurde. An den Ständen war es voll, ja, aber zum Verschnaufen, Treffen und Überblick verschaffen brauchte man sich nur in den Gang zu stellen, dort herrschte kein Gedränge. Einzig die Tatsache, dass man die Eintrittskarten nicht weitergeben durfte, fand ich etwas ärgerlich für diejenigen, die unvorhergesehen doch nicht zum EYF kommen konnten. Achja, dieses Jahr gab es auch kein Annual, was ich auch schade finde, da ich sowas immer gerne als Erinnerung mitnehme und mir die Ausgaben in den Jahren davor sehr gut gefallen haben. Aber das waren sehr erträgliche Kleinigkeiten und ich sage Daumen hoch; denn als Besucher war ich bei allem rund ums Fest sehr entspannt und fühlte mich gut informiert und aufgehoben.

Infos, Fotos, Berichte:
Bilder gibt es zu gegebener Zeit hier. Ich habe selber keine gemacht, da ich keine gute Kamera mitschleppen wollte und dort immer Fotografen unterwegs sind, die die Stimmungen sehr gut einfangen.
Ebenso loht es sich, sich für den Newsletter einzutragen, um für das kommende Event auf dem Laufenden gehalten zu werden.



Mein 2018er Yarn Festival:

Für alle, die es interessiert, habe ich mal mein EYF-Wochenende zusammengefasst. Der Beschluß, dass wir wieder hinfahren würden, fiel schon im letzten Jahr, so konnte ich früh genug Flüge buchen und musste dafür nicht tief in die Tasche greifen. Der Ansturm auf die Eintrittskarten war dieses Jahr enorm. Wir haben unsere Karten zwar problemlos am Abend des Verkaufsstarts buchen können, aber eine meinte „ach geht grad nicht, mach ich morgen von der Arbeit aus“. Tja, am nächsten Morgen war da schon alles ausverkauft. Ich freue mich ja, dass die Veranstaltung so gut besucht und angenommen wird, aber dieses Gebahren wie früher beim Schlussverkauf finde ich doch ehr anstrengend. Im Forum wurden dann schon erste Eintrittskarten gesucht, doch durften diese gar nicht weitergegeben werden, selbst wenn man verhindert war. Aber wie in den Jahren zuvor sind glaube ich alle reingekommen, auch wenn man einige Zeit in der Schlange stehen musste. Einlass war um 10 Uhr, allerdings haben wir beim Frühstück etwas getrödelt und um die Zeit haben wir gerade unsere Kaffeetassen abgeräumt. Da man beim Asda nebenan nur noch zwei Stunden parken konnte (und dort auch viel und gerne kontrolliert wird), haben wir uns gleich woanders umgeschaut. Einer der Ordner am Eingang lotste uns auf den Parkplatz des Corn Exchange, für den wir nichtmal etwas bezahlen mussten. Wir konnten dann an der (echt richtig langen) Schlage vorbei gleich reingehen. Die Stimmung in der Schlange schien sehr entspannt und geordnet; irgendwie habe ich das z.B. vom Hamburger Wollfest anders in Erinnerung. Drinnen haben wir uns dann gleich mit der Freundin getroffen, die kein Vorabticket hatte und haben uns erstmal sortiert. Ich hatte ein wenig Bammel, dass es brechend voll sein wird (auch schon gleich zu Anfang), aber das war alles unglaublich entspannt und man hatte keinerlei Platznot.

Mein erster Weg führte auf den Stand von The Grey Little Girl zu, denn dort habe ich nachtleuchtende Maschenmarkierer gesehen! Schluß die Ausreden, dass es nachts zu dunkel zum Stricken ist. Und da der Mensch ab und zu mal ein wenig Schnickschnack braucht, habe ich mir welche gekauft und auch für ein Geschenk noch welche mitgenommen. Mein erster Kauf des Tages.



Da der Stand gleich beim Eingang stand, haben wir uns dann erstmal einen Überblick verschafft; sind durch die Gänge gelaufen und haben mal geschaut, wer wo steht und wer was anbietet. Dabei konnte ich einen kurzen Abstecher zu Dye Ninja machen, weil ich mir im Vorfeld einen Strang zurücklegen lassen habe, den ich noch als Sicherheit für ein Projekt gebraucht habe. Ich hatte dort im Jahr zuvor nämlich schon etwas gekauft, und da dort einige Stränge als Sonderstränge angeboten wurden (vom Erlös ging ein Teil in eine Alzheimerstiftung), war ich mir nicht sicher, ob es die nochmal gibt. Aber ich habe Glück gehabt.


Dye Ninja färbt wunderbar prächtige Stränge und für Freunde der warmen, kräftigen Farben kann ich das nur empfehlen. Die Preise sind auch absolut fair und liegen, wenn man mal den Rest des Angebots betrachtet, ehr im unteren Bereich. Ich bin jedenfalls glücklich und kann meinen Byssus Cocoon mit meiner nun kompletten Erwerbung starten.

Ich hatte mir vorab einen kleinen Zettel geschrieben, welche Projekte ich in nächster Zeit machen wollen würde und wieviel Garn ich dazu bräuchte. Das ist ungemein hilfreich, wenn man nicht wild drauflos kaufen möchte, um dann zwei weitere Jahre überlegen möchte, was man denn daraus mal machen könnte. Ich habe noch ein Garn für den Nut-Hap gesucht. Irgendetwas graues oder haferfarbenes, schlichtes, das zu den Strängen von Shilasdair passt, die ich bei meinem ersten EYF-Besuch von vor ein paar Jahren passt. Fündig geworden bin ich, aber ich habe mir nicht merken können, an welchem Stand das war. Das war kein Stand von dem Hersteller der Stränge ansich, sondern einer, der ganz verschiedene Sachen angeboten hat. In einer Ecke stand ein kleines Regal und darauf befindlich gab es verschiedene naturfarbene Garne von North Ronaldsay Yarns. DerName sagt schon alles aus über Rasse und Herkunft.


Das Garn hat eine kürzere Lauflänge als das von Shilasdair, aber es wirkte so dünn, so dass ich einfach mal hoffe, dass das so passt wie ich mir das vorstelle. Ein Strang hat nur 12 £ gekostet, das hat mich natürlich gefreut und mein zweites Projekt vom „Zettel“ war bestückt.
Es gab dieses Jahr auch einige Stände mit Webstühlen, Webrahmen und Zubehör, wo wir eine ganze Weile herumgeguckt haben. Eine von uns suchte noch Litzen und Schiffchen und man konnte mal gucken, was es sonst noch nützliches gab. Auch waren einige Weber dort, die wunderschöne Stoffe angeboten haben. Leider habe ich mich auch sowas gar nicht eingestellt, und da wäre ein Spontankauf ein ziemlich windiges und teures Vergnügen geworden. Visitenkarten habe ich mir aber trotzdem mitgenommen, falls ich mal etwas besonderes brauche.

Einen meiner liebsten Käufe habe ich bei einem mir bisher ganz unbekannten Färber gemacht. MartinsLab aus Polen hatte einen Stand zusammen mit seiner Frau, die viele vielleicht als Lete Knits kennen, eine Strickdisignerin, die man auch bei Ravelry findet. Ich wurde dieses Jahr magisch angezogen von grünpetrol-farbenen Strängen, insbesondere von solchen, die an eine schimmernde Unterwasserwelt erinnert haben. Martins Lab hatte soetwas in einer DK-Stärke, ein Garn auch Merino, Yak und Seide. Himmelistdasschön! Und es fühlt sich so wunderbar an. Ich wollte nur einen Strang haben, für einen Cowl, irgendwas für nah-am-Hals, was für ein wneig Verwunderung sorte. Im Nachhinein ärgere ich mich ein bisschen, denn ich finde das Garn so klasse, dass ich echt überlege, mir was nachzubestellen. Der Griff, die Farben, der Mann hat ein Händchen für Material und Färbung. Jetzt, wo ich diesen Beitrag schreibe, sind schon die ersten Reihen angeschlagen und das Stricken macht einfach nur Spaß!


Irgendwann war mal Zeit für eine Pause. In den letzten Jahren gab es die Möglichkeit, sich in die Podcast Lounge zu setzen. Blacker Yarns hatte da noch einen Stand und es gab ein eMenge Tische, an denen man sitzen, stricken und sich regenerieren konnte. Nebenan, aber im Corn Exchange Gebäude, gibt es noch ein Cafe, aber das ist auch sehr klein. Dieses Jahr wurde die Halle nach draußen hin um eine Art Festzelt erweitert und mit ganz vielen Tischen, Stühlen und einer Kaffeebar bestückt. Eine großartige Idee, denn so haben sich die Menschen noch weiter verteilt; die Gänge waren nicht so voll und viel mehr Leute haben die Möglichkeit, sich mal kurz auszuruhen.  Haben wir auch gemacht, und ich konnte ienem Auftrag von Katrin nachkommen, und ein Foto von einem riesigen, gehäkelten Highlandrind machen, dass von Toft gemacht wurde.


Toft ist neben Blacker Yarns einer der Sponsoren des FYF. Die hatten lauter putzige Häkelviecher im Angebot, aber erstens kann (und will) ich gar nicht häkeln, und zweitens war mir so ein Kit mit 30 £ dann doch zu teuer. Das Riesenvieh war aber sehr herzig. In den nächsten Tagen kann man auf der Fotoseite vom EYF dazu viele Bilder sehen; unseres (mit uns drauf) müssten wir auch nochmal einreichen.  Schön war auch, dass es dieses Jahr nicht nur in dem großen Eingangsbereich einen Stand gab, wo man Getränke und Snacks bekommen konnte. In der Ausstellungshalle gab es hier und da mal einen Ministand, so dass man auch spontan kurz einen Kaffee bekommen konnte. Teils waren die Abseiten unter den Treppen dafür genutzt worden, gerade groß genug für einen Tisch, eine Kaffeemaschine und ein paar Kuchen. Eine super Neuerung!

Wie in jedem Jahr musste ich auch wieder den Stand von John Arbon besuchen. Als Mill Member kommt man nicht drumherum. Der Stand war, wie einige andere auch, dieses Mal deutlich kleiner; ich denke, man wollte mehr Aussteller unterbringen. Socken gab es somit nicht, aber Garne und (wörtlich) tonnenweise Spinnfasern. An Spinnfasern war für mich dieses Mal nichts dabei, aber ich habe mir von den Knit-By-Numbers-Garnen etwas für ein Projekt von meinem Zettel ausgesucht. Die Preise waren fair, die Auswahl riesig und die Qualität wie immer sehr gut. Durch die Millmembership gabs noch Rabatt und einen Projektbeutel obendrauf und ich war mal wieder glücklich.


Wo ich gerade die Spinnfasern erwähnt habe: das Angebot war dieses Jahr gefühlt viel kleiner. Woran das liegt, weiß ich nicht, aber man fand immer nur mal irgendwo im Regal welche, wenn man gerade nach etwas anderem geschaut hat. Bei John Arbon gab es entweder industriell gefärbte oder ungefärbte, die ich aber schon habe. Dann war da noch Spin City, wo ich gerne gekauft habe, aber mir war dieses Jahr nicht nach buntem Glitzer. Ihr Stand erinnert sehr an ein buntes Bonschenglas; überall glitzert es und schreit nach Konfetti. Sie hatte wunderschöne Batts, und irgendwann gönne ich mir eins, aber nicht dieses Jahr. Ich finde ihre Spindeln auch toll, doch da ich nur mit Handgepäck unterwegs war, hatte ich Angst sie zu zerbrechen. Ein neues Projekt hat sich aber dann in meinem Kopf eingenistet: Spinnwirtel aus Epoxidharz gießen. Das muss ich testen… Ich habe aber dann doch Fasern gefunden, die ich aber nur aus reiner Verlegenheit gekauft habe. Bei Jamiesons & Smith gab es Shetlandwolle in allen fünf Schattierungen zu je 20 g. Das waren aufbereitete Kammzüge, also keine Rohwolle mehr, aber ganz ohne Fasern wollte ich den Hof nicht verlassen.


Die ersten 20 g habe ich sogar gleich am nächsten Tag auf der Handspindel versponnen. Sogar auf einer Spin-City-Spindel, die sich Taija letztes Jahr gekauft hat. Die laufen sehr gut muss ich sagen! Warum allerdings die eckigen 5 £ günstiger waren als die runden hat sich uns nicht erschlossen.


Angefixt immer noch von dem Martins Lab Garn habe ich die Augen weiter aufgehalten nach Garnen mit Yak und Seide oder ähnlichem, und bin bei Kettle Yarns dann fündig geworden. Zwei Stränge eines grauen Garns haben mich angezogen. Weich, schwer, glänzend und wieder mit Yak und Seide. Perfekt für mein Inner Peace Tuch, dass auch auf „dem Zettel“ stand und glaube ich das perfekte Garn gefunden hat. Ich war am Schwanken, ob ich nicht doch noch mal bei Sweet Georgia vorbeischaue, denn die hatten ein tolles Leinen-Seide-Gemisch. Allerdings habe ich nicht eingesehen, 32 £ pro Strang zu zahlen. Vielleicht irgendwann mal, es bleibt im Hinterkopf, aber nicht an diesem Tag. Das Kettle-Yarn-Garn ist schon super und die Färberei kannte ich auch noch nicht.


Ich finde immer mehr Gefallen entweder an so griffigen Garnen wie Jamison’s oder Urdale, aber auch an den sogenannten Luxusgarnen mit Leinen, Seide, Yak und sonstigen Materialien, die eben nicht lockerleicht und flauschig sind, aber schwer und fließend und einfach wunderbar anzufassen. Mir ist bewusst, dass ich dafür tiefer in die Tasche greifen muss, aber von Spontankäufen bin ich eh weg.

An einigen Ständen habe ich Garne gesehen, aus denen das Oberteil Bonny ausgestellt war. Gestrickt wird das Original aus dünnem Lace-Garn, aber auch aus einigen Fingeringgarnen sah das toll aus. Ich bin leider kein großer Umrechenprofi, wenn ich nicht genau abschätzen kann, was die Maschenprobe wohl ergeben wird, also habe ich mich auch nicht getraut, einfach auch mal dickeres Garn dafür zu kaufen. Klar, „ein Strang mehr zur Sicherheit“ geht immer, aber ich kenne mich, ich brauche den dann doch nicht und wieder habe ich einen Einzelstrang herumliegen, der zustaubt. Davon habe ich schon zu viele,deswegen bin ich bei… ach je wie hieß die Färberin? Habe ich vergessen. Jedenfalls habe ich dann das rote, himbeerartige Garn nicht gekauft. Ha Moment, der Stand war neben dem Großen Knopfstand und hieß Travel Knitter. Ich war mir erst nicht sicher wegen der Farbe, ein Nachteil an der Halle war nämlich das fehlende Tageslicht. Gerade diese Farbe hätte in natura glaube ich total anders ausgesehen, und auch bei meinem letzten Kauf war ich fast enttäuscht (nach genauerem Hinsehen dann doch nicht mehr, aber auf den ersten Blick…). Meinen letzten Kauf habe ich bei TriskelionYarns gemacht. Auch wieder so Färber, die ein gutes Auge für Farbkompositionen haben und wo auch einfarbige Stränge nicht langweilig wirken. Imme rnoch auf der Suche nach einem Bonny-Garn bin ich bei einer Mischung mit Mohair gelandet. Ein fliegendes, fluffiges etwas, von dem ich nicht mal weiß, ob ich das auf der Haut überhaupt vertrage. Aber die Farbe… die zog mich an. In dem Licht der Halle wirkte es wie ein sehr dunkelrotstichiges Violett, das sich später als violetter als gedacht rausstellte.


Macht aber nichts, ich denke, ich kann das wohl mal tragen. Ob mir die Menge reicht, vermag ich nicht zu sagen. Es könnte sehr knapp hinkommen, aber ich war auch hier zu „geizig“ für einen Sicherheitsstrang, eben aus den genannten Gründen. Ich warte mal ab; erstmal muss ich die Maschenprobe so puzzeln, dass es klappt. Und dann reicht auch das Garn.

Gegen 16 Uhr waren unsere Füße dann ausreichend platt und abgelaufen, so dass wir dann auch nach Hause gefahren sind. Ich bin mir nicht sicher, ob bis 17 oder 18 Uhr geöffnet war, aber wir hatten alles gesehen, ein bisschen was gekauft und alles weitere wäre doch nur relativ planlos geworden. Die Auswahl der Aussteller hat mir wieder sehr gut gefallen, irgendwie ist das Angebot deutlich anders als bei den Wollfesten bei uns. Mein Geschmack liegt genau hier, so dass ich wohl auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werde. Ein paar wenige deutsche Aussteller waren auch da, aber zum Wollmeise kaufen fliege ich nicht nach Schottland… Die Organisation war in meinem Augen super, man hat es auch geschafft, die Massen gut zu verteilen, do dass man nicht nach Luft japsend durch die Gänge geschoben wurde (ein deutliches plus gegenüber dem letzten Jahr, da war es schon ordentlich proppig zu Beginn). Die Preise der Garne sind nicht gerade niedrig, aber ihr Geld wert würde ich sagen. Man wählt dann doch ehr mit Bedacht aus anstatt so drauf los zu kaufen. Ich habe mir einige Visitenkarten mitgenommen, so dass ich auf den Webseiten stöbern kann, wenn mich die Kauflust packt. Wer also mal einen besonderen Ausflug plant, das EYF lohnt sich trotz der stark gestiegenen Einkaufspreise sehr.

Ich habe nun den Vorteil, dass ich Freunde hier habe, bei denen ich die Zeit über wohne, aber es gibt auch bezahlbare Hotels und man kommt mit Bus und Tram eigentlich überall hin. Die Knitnights haben wir nicht besucht, uns stand der Sinn ehr nach gemütlichem zu Hause sitzen, kochen, essen und Filmtitelraten-Contest. Wir haben uns mit weiteren Freunden getroffen und uns ein buntes Wochenende gemacht, aber hier soll jetzt erstmal gut sein mit dem Bericht. Wer bis hierher gelesen hat, hat vermutlich nun auch keine Lust mehr (Lesen scheint eh irgendwie außer Mode gekommen zu sein, aber das ist ein anderes Thema).

Wollige Grüße…






Freitag, 2. März 2018

Celtic Myths - Zopferei für ein paar Wochen

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Im Januar habe ich mein erstes Tuch für 2018 gestartet, das Celtic Myths von Asita Krebs. Vorgestellt hatte ich es hier schon einmal, seit dem habe ich am glatt rechten Körperteil gestrickt, bis er mir groß genug erschien. Ich habe statt 32 Mustersätzen 40 gestrickt und werde so auch einige Sätze Zopfmuster mehr vor mir haben, denn pro vierreihigem Mustersatz kommt einmal der Zopfchart mehr dran.

Mit dem Zopfen bin ich jetzt angefangen. Die Anleitung dazu ist in einer Strickschrift angegeben. Normalerweise schreibe ich mir die dann immer aus, wenn sie nicht zu lang ist, weil ich eine der wenigen bin, die lieber vom geschriebenen Wort weg arbeiten als Kreise, Kuller und Kreuzchen zu zählen. Hier allerdings wird in der Bordüre pausenlos gezopft, und das in unterschiedlicher Weise. Da war es selbst mir zu umständlich, das ganze in knappe Abkürzungen zu fassen. Wie gut, wenn man bunte Stifte zu Hause hat; ein bisschen rummalen musste ich für meine eigene Übersicht schon. Und so sitze ich nun da mit einem bunten Blatt Papier und einem Geodreieck und zopfe vor mich hin.




Das ist nicht mein erster Zopf; am Cable Bias Scarf habe ich mich erstmals daran versucht. Da war es allerdings nur ein Zopf und ich musste die Maschen nicht auf so unterschiedliche Art und Weise weglegen und abstricken. Dennoch hat das weit länger gedauert, als ich dachte, und so weiß ich schon jetzt, dass mein Celtic Myths bestimmt nicht vor Ende März fertig werden wird. Sicherlich könnte ich jetzt jede freie Minute daran weitermachen, aber wozu? Kommt Zeit, kommt Tuch, und ich bin kein ein-Projekte-Macher, habe ich wieder einmal festgestellt. Ich brauche immer noch ein weiteres Teil, falls ich bei dem einen mal nicht weiterkomme oder es mich gerade etwas nervt.

Es hetzt ja auch niemand, und ich bin auf gutem Wege!

Mehr davon gibts, wenns fertig ist!
Falls ich dann mal wieder kräftig zopfen möchte, werde ich das Tibetan Faith von Asita Krebs stricken, denn das Muster hatte ich letztes Jahr geschenkt bekommen und es gefällt mir einfach so gut! Wolle dafür muss ich mir noch raussuchen oder besorgen, aber da denke ich dann drüber nach, wenn es soweit ist.

Zopfige Grüße....

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Montag, 19. Februar 2018

Massenspinnerei

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Mein Spinnfaserstart in das neue Jahr begann mit dem Zuwachs von Spinnfasern. Ausgerechnet! Das, was ich vermeiden wollte. Eine Freundin brachte mir einen Beutel frisch ausgekämmte Taya mit, eine einjährige Australian Shepherd Dame, die eine Menge Flauschigkeit mit sich herumträgt. So hatte ich schon zu Beginn des Jahres plus 72 Gramm Fasern auf der Uhr. Eigentlich dachte ich, ich würde mich dem gleich im Januar zuwenden, aber beim Herausnehmen aus der Tüte flogen die Flusen überall hin, ähnlich wie beim Angora, so dass ich das definitiv im Sommer draußen verspinnen werde. Was ich stattdessen begonnen habe, ist das Spinnen einer Faser, die echt schon seit 2013 hier herumliegt. Warum also nicht das Feld von hinten aufräumen? Es handelt sich um ein Gemisch aus 50% Babykamel und 50% Merino, das ich mal beim Das Wollschaf gekauft habe.


Der Kammzug fühlt sich wunderbar soft an und ich dachte bei mir, dass ich den sehr dünn und glatt ausspinnen kann. Ich hatte aber vergessen, dass die Kamelfasern sehr viel kürzer sind als die Merinofasern, so dass man schon aufpassen muss, dass einem das beim kurzen Auszug nicht aus den Fingern rutscht, wenn man gerade fast nur Kamel am Wickel hat. Die Fasern waren nicht so oft durchgemischt, dass sich ein gleichmäßig durchmischter Kammzug ergab, also fiel das dann schon mal auf.


Der versponnene Faden ist also nun nicht homogen hellbraun sondern wechselt zwischen weiß und kamelfarben hin und her. Das gefällt mir im Strang ansich ganz gut, aber ich weiß genau, dass mir das verstrickt zu unruhig sein wird. Ich werde dieses Garn also färben, nur wie, das weiß ich noch nicht. Vermutlich entscheide ich das kurz bevor ich damit ein Strickprojekt beginne. 


Vorbildlich wie ich zu mir selber nun im neuen Jahr (noch) bin, habe ich sogar Menge und Lauflänge usw. bei Ravelry im Stash eingetragen. Das habe ich nämlich sonst immer vernachlässigt, was eine einfache Suche nach Projekten für die entsprechenden Garne nicht eben einfach macht. Vielleicht trage ich das für die anderen Garne noch nach, wenn ich mal eine passende Minute finde.
Das war aber ja nicht das einzige, was den Weg auf mein Rad gefunden hat. Im Januar habe ich mir, trotz vieler Termine, dann doch mehr Zeit zum Spinnen genommen. Geholfen haben da auch zwei Spinntreffen. Das erste fand am 14.01. in Gettorf statt. Ich weiß leider gerade gar nicht, wer das organisiert hat (eine Freundin war da im Emailverteiler), aber wir waren ca. 90 Personen in den Räumlichkeiten der evangelischen Gemeinde dort. Ein perfekter, großer Raum mit Küche (jeder hat etwas leckeres mitgebracht) und allem, was man sonst so braucht. Einige hatten auch Spinnfasern zum Verkauf mitgebracht und es fiel uns unglaublich schwer, da standhaft zu bleiben (aber wir waren stark!!). An dem Tag hatten wir viele nette Gespräche und haben echt eine Menge gesponnen. Meine Merino-Babykamel-Mischung ist jedenfalls fertig und sah nach dem Verzwirnen und Baden, wo es ordentlich aufgepufft ist, so aus:



Das zweite war unser Lüneburger Spinntreff, den wir nun, auch wenn wir momentan deutlich weniger Leute sind, gerne öfters stattfinden lassen wollen. Nach dem Treffen in Gettorf habe ich die nächste Faser hergeholt, die ich schon etwas länger habe, und zwar 200g BFL-Bambus (60/40) aus der Stockumer Wollwerkstatt von 2015 oder 2016. Die Farben sind im Grunde nicht mein Favorit. Pink, lila, braun und weiß; aber das sah im Strang alles so schön sahnebonschig aus, dass ich nicht widerstehen konnte.


Versponnen im Single ist das so ein richtiges „Mädchengarn“, jedenfalls für diejenigen, die immer noch meinen, Farben geschlechterspezifisch trennen zu müssen (nebenher ein kleiner geschichtlicher Exkurs: rosa war im späten Mittelalter bei Männern sehr beliebt und man findet das auf vielen Bildquellen). Nicht meine Farbe (mal wieder), aber beim Zwirnen passiert ja immer nochmal was.
Letzten Endes gefällt mir das Garn doch ganz gut. Die Haptik sowieso; es fällt recht schwer, fast wie Seide, und die Farbe ist auch gar nicht so verkehrt. Im noch nassen Zustand habe ich gedacht, die steht mir sogar (haha). Nun ist alles etwas heller, aber ich bin nicht ganz abgeneigt.


Noch als ich nicht ganz fertig mit dem Zwirnen war, habe ich mir die nächste Faser gegriffen. Der Jahresanfang ist immer so motivationsgespickt, das ist kaum auszuhalten… Letztes Jahr habe ich bei John Arbon Textiles einige Testfasern bestellt, und da war eine Mischung aus Exmoor und Zwartbles dabei. Leider sind das nur 100 Gramm, aber man kann ja nachordern. 



Ich war auch fix durch damit; das fertige Garn gefällt mir ausgesprochen gut und die Fasern ließen sich ganz leicht und schnell verspinnen. Ich könnte mir vorstellen, dass aus so einem Garn auch mal ein Cardigan oder ein warmer Winterpulli werden könnte (hätte man denn mehr als 100 Gramm...).


Kaum war alles verzwirnt und vom Rad, habe ich schon die nächste Portion hervorgeholt. Vor einiger Zeit habe ich mal ein Tauschgeschäft mit Maren gemacht, wo ich von Ihr unter anderem einen Kammzug bekommen habe, der farblich genau in mein Schema fällt. Viele Leute finden die Farben zu dunkel, zu gedeckt, zu unbunt, ich finde sie genau richtig. Was für eine Schafsrasse das ist, kann ich gar nicht mal sagen. 


Der Kammzug ist vom Färben etwas angefilzt, so dass ich die Fasern portionsweise mit den Fingern lockere und dann verspinne. Das geht ganz gut, das Garn wird relativ dünn und gleichmäßig. Mehr davon gibts dann demnächst einmal, heute habe ich ein neues Buch gekauft und mit dem werde ich mich jetzt ins Bett verkrümeln :)


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Samstag, 17. Februar 2018

Ich nähe mir einen Wollmantel


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Ich glaube, ich schreibe auch mal ein bisschen was über meine Näherei. Zwar erwähne ich das hier und da immer mal, aber ich könnte ja auch mal die Entstehung meines ersten Wollmantels dokumentieren. Der „erste“ ist es im Grunde nicht; im Zuge meiner historischen Näherei hat es da auch schon was gegeben, aber um die soll es hier ja gar nicht gehen.
Ich nähe also einen Mantel. Am zehnten Januar hat mein zweiter Nähkurs begonnen (der erste hat mir so gut gefallen, dass ich gleich weitergemacht habe).  Es sind zum Großteil wieder die Leute dabei wie beim letzten Mal, aber auch zwei neue sind dazugekommen. Die Runde gefällt mir echt gut und die Schneiderin ist auch klasse!

Mein Projekt hierfür: Die "Jakke" von Evlis Needle



Tag eins des neuen Kurses begann also damit, dass ich da mit einem Haufen Wollstoff angekommen bin und gehofft hatte, dass ich alles schon mal soweit zuschneiden kann. Bis unsere Kursleiterin sagte „Das Muster kenne ich, das hat hier mal eine genäht; das saß fürchterlich…“. Bämm! Das saß aus dem Grunde nicht gut, weil sie ein Hohlkreuz hatte und man die Jacke an den Seiten nicht anpassen konnte, ohne den Rest der Konstruktion zu schrotten. Schade auch… Also hieß es: man nähe ein Teststück. Zwar hatte ich dafür keine Wolle da, aber alte Bettwäsche muss da reichen. Zumindest um zu sehen, ob das mit den Maßen in etwa hinkommt. Das Fazit war, dass das Teil (an mir) tatsächlich ehr bescheiden sitzt. Was man sonst noch hätte machen können: die runden Features an den Seiten weglassen und stattdessen irgendwelche interessanten Taschen aufsetzen, aber dafür brauche ich (mit Verlaub) keinen Nähkurs, denn das Muster ist im Grunde auch mit den runden Seitenteilen wirklich einfach, und so habe ich mich auf die Suche nach einer neuen Aufgabe gemacht.
Fündig geworden bin ich auf der Burda-Seite, auf der man jede Menge Einzelmuster finden kann. Allerdings muss man auch da eine Weile suchen, denn sehr viele der angebotenen Schnitte sind… ja wie soll ich das sagen? Einfach. Einfach im Sinne von „die Kleidungsstücke sind zwar nicht kompliziert zu nähen, haben aber auch keine schöne bis gar keine gescheite Passform“. Das erinnerte mich so ein bisschen an all die Strickmagazine, die man im Zeitungsladen bekommen kann. Da sind eine Menge Strickmuster drin für Krausrechts-Schals, die in den 80ern schon keiner gerne getragen hat. Ihr wisst was ich meine? Guckt man dann bei den höheren Schwierigkeitsgraden, werden die Schnitte interessanter, und auch da habe ich dann meinen zukünftigen Mantel gefunden. Das ist dieses Modell und mit Schwierigkeitslevel 4 kann man nicht so viel falsch machen, wenn man ein bisschen was lernen möchte.
Im nächsten Nähkurstermin meinte die Schneiderin, sie hätte den vor Jahren auch einmal genäht. Ich habe dann mit dem Zuschnitt angefangen und erschreckt festgestellt, dass der Stoff in der Breite um gute 15 cm geschrumpft ist. Gut, dass ich den Rest des Ballens gekauft hatte und so ein Stück mehr hatte. Aber nach dem puzzeligen Zuschnitt hatte ich auch nur noch Schnippel übrig; beste Verwertung würde ich sagen! Leider musste ich nochmal los und sowohl Gewebeeinlage als auch Futterstoff kaufen. Bei der Menge der Gewebeeinlage (die man ja nicht für jedes Teil braucht), habe ich mich leider auf die Verkäuferin verlassen, so dass ich noch ein zweites Mal los musste, um noch welche nachzukaufen.

Schnippschnapp, pappeldipapp; Gewebeeinlage aufpressen ist nicht gerade eine spannende Sache, aber ich kam nicht drumherum. So richtig gut hält das Zeug ja nicht…




An einem Wochenende habe ich mich mal hingesetzt und das Futter zugeschnitten. Das muss man normalerweise nicht versäubern, also konnte ich mir den Zirkus schonmal sparen. Aber eines habe ich beim Zuschnitt gelernt: ich werde nie wieder Teile in doppelter Stofflage zuschneiden. Eigentlich weiß ich auch, dass das nicht taugt, aber ich falle immer wieder darauf herein. Zeichnet man am Ende die Nahtkanten nochmal s sauber auf stellt man nämlich fest, dass die Teile im Bereich der Nahtzugabe  schon stark unterschiedlich sind, jedenfalls wenn man dicken Wollstoff verwendet. Es passt alles drauf, so ist es nicht, aber gleichmäßig ist anders. Und ich hätte lieber exakte Teile als vermeintlich gesparte Zeit. Die geht nämlich wieder drauf, wenn ich die Schnittteile zusammenstecke und aufgrund der nicht exakt gleichen Nahtzugabe darauf achten muss, die Nahtlinien übereinander zu bringen. Wären die Teile gleich, könnte ich sie aufeinander legen, aber so geht das in diesem Fall nicht.
Die Industriepaspeltaschen waren auch so eine Sache. Eigentlich wollte ich die aus dem gleiche Stoff wie den Rest nähen, aber das Ganze war dann viel, viel zu dick, und so habe ich einen anderen Wollstoff genommen. Der farbliche Kontrast gefällt mir gut und das ließ sich auch ganz prima verarbeiten.



Dieses Wochenende bringe ich die Taschenbeutel an und nähe das Futterinnere komplett zusammen. Dann bin ich auf den nächsten  Mittwoch gespannt, wenn ich mir im Nähkurs die nächsten Hinweise abhole, von denen in der knappen Anleitung nicht die Rede ist. Das ist ja ein Burdaschnitt, der irgendwann schon mal in einem Heft erschienen ist, in dem dann immer 20 oder mehr Muster drin sind. Ich habe ihn nun als Einzelmuster gekauft und finde in der Anleitung schon Hinweise auf das Heft und auf Bildverweise, die ich mit dem Einzelkauf nie erhalten habe. Liebe Burda, das ist Tinnef! Entweder packt Ihr das alles in das Einzelmuster rein oder ihr hört bitte auf, soviel Geld dafür zu verlangen!

Genug geärgert, irgendwie werde ich das schon hinschieben.

Mehr dazu zu gegebener Zeit.

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Samstag, 6. Januar 2018

Wollfeste 2018

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Wollfeste sind immer wieder schön, auch wenn ich Angst habe, sie eines Tages etwas über zu haben. Mein erstes habe ich 2014 besucht, als ich gerade mit dem Stricken angefangen habe, und so um 2016 herum hatte ich das Gefühl, dass die nun wie Pilze aus dem Boden sprießen; ähnlich wie damals all die "Mittelalter"märkte. Aber wie gut, man kann für sich ein paar herauspicken, denn man muss ja nicht auf jeder Hochzeit tanzen. 







03.-04.03.2018: Leipziger Wolle-Fest und Stoffmesse

Ich glaube zwar nicht, dass ich hinfahren werde, aber da ich von einigen weiß, die letztes Jahr dort waren und viel Spaß hatten, schreibe ich es einfach mal als Tipp mit hier rein. Mehr Informationen dazu gibt es auf deren Internetseite, und die findet Ihr hier. Falls es mit doch noch in den Kopf kommt, werde ich vielleicht einen Kurztrip daraus machen, aber gerade in dem Monat ist noch so einiges andere los.

15.-17.03.2018: Edinburgh Yarn Festival (UK)

Mein ganz klarer Favorit, nicht zuletzt weil ich zu der Zeit Leute treffe, die ich im Jahr nicht so oft sehe. Wir werden zu viert einen Tag dort verbringen und uns berieseln lassen und mit Sicherheit auch das ein oder andere einkaufen. Die Internetseite ist hier. Die Auswahl der Aussteller ist immer sehr besonders und trifft meinen Geschmack echt gut!

25.-26.08.2018: Hamburger Wollfestival

Lange Zeit war gar nicht so klar, was denn nun passiert mit dem Hamburger Wollfest, nachdem die bisherigen Veranstalterinnen verkündet haben, die Organisation nicht weiter führen zu wollen. Jemand anderes fand sich und lange, lange war Ruhe. Jetzt, ein halbes Jahr später, bekam ich einen Newsletter, der mir hier genanntes Datum als das für das Hamburger Wollfest angekündigt hat. Was es dort geben wird, wie das ganze aufgezogen wird, darüber weiß man noch nichts, aber lassen wir uns überraschen.

08.-09.09.2018: 10. Deutsches Ravelertreffen / Lüneburg Wollfühlparty

Seit einiger Zeit organisiert die Sabine (einige kennen sie vielleicht als Sasa Handmade) das 10. deutsche Ravelertreffen bzw. die Lüneburger Wollfühlparty. Sie gestaltet das sehr offen und hört sich auch um, was potenzielle Besucher denn so wünschen und /oder erwarten. Ich freue mich drauf, denn es ist in der Nähe und schreit förmlich nach einem Ausflug mit meinen Strickmädels.

20.-23.09.2018: Strikkefestival Fanö (DK)

Hier war ich noch nie, aber es soll ganz toll sein. Vielleicht schaffe ich es für einen kurzen Ausflug dorthin, mal sehen. Und wenn ich am Ende nur strickend am Strand sitze, das macht nichts. Ich behalte das im Auge. Die Seite dazu gibts hier.


22.-30.09.2018: Shetland Wool Week (UK)


Das war eines meiner Highlights 2017, aber dieses Jahr werde ich es leider nicht schaffen. Wer Lust auf eine Wollwoche  hat, in der es nicht primär ums kaufenkaufenkaufen geht, sondern in der man auch viele Künstler besuchen kann, sich treffen und Geschichten erzählen lassen kann, in der man Vorträge besucht und Höfe sowie Spinnereien, der sollte sich diese Woolweek gönnen. Es loht sich! Mehr Infos dazu hier. Das Konzept ist einfach toll!




Vielleicht ist für Euch ja auch etwas dabei. Bestimmt gibt es überall im Lande noch diverse weitere Wollfeste, aber alle kann ich eh nicht aufführen, und zu allen fahren kann und will ich sowieso nicht :) Aber vielleicht trifft man sich hier und da, das wäre schön!

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Mittwoch, 3. Januar 2018

Celtic Myth - mein Tuchstart 2018

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Das Tuch Celtic Myths ist eines der Tücher, die seit 2016 irgendwann in meiner Ideenkiste herumdümpeln. Es ist schlicht, hat aber eine Besonderheit: die Zopfmusterkante in Form eines keltischen Knotens. Während ich so herumüberlegte, aus welchem Garn ich es denn stricken könnte (eine Idee gabs von Anfang an), wurde das Design nochmals überarbeitet. Anfangs bildete sich am Anschlag eine Art Beule im Tuch, aber das ist nun vorbei. Man gut, ich hätte mich sonst auch geärgert. Kleine Vorschau:


Die Anleitung gibt es übrigens kostenlos, was ich für ein am Ende doch recht aufwendiges Tuch schon sehr großzügig finde. Mein Ziel für den Januar war "ein Tuch anschlagen", nur wusste ich nicht, welches es werden sollte. Auf dieses hier fiel nun die Auswahl. Wenn ich so weiter mache mit der Stashverwendung, wie ich gerade anfange, sieht es gut aus, aber werden wir mal nicht vorschnell in Jubel ausbrechen...

Beulenfrei habe ich mich nun also endlich, bestimmt zwei Jahre später, für genau die Wolle entschieden, die ich von Anfang an dafür hernehmen wollte: Wollmeise Pure in der Farbe "Unbeschreiblich".


Wobei die Farbe gar nicht so unbeschreiblich ist. Ungeachtet meines mittelmäßigen Fotos handelt es sich um ein graustichiges violett, schlammig, gedeckt und in meinen Augen echt schön. Das habe ich schon seit 2015 bei mir, und so passt es gut in meinen Vorsatz, Vorhandenes zu verwenden. Bevor ich damit zum Zopfmuster komme, habe ich eine Weile glatt rechts vor mir, was sich aber gut trifft. Am Freitag ist bei Mylys wieder Knitnight, und da benötige ich etwas, bei dem ich mich nebenher gut unterhalten kann. Mein "Morning Mist" von neulich wird auch dabei sein, denn da geht es auch nur dumm in der Runde herum, aber so habe ich dann doch noch sowas wie Abwechslung. Oder so :)

Mehr zu diesem Tuch werde ich schreiben, sobald es etwas zum Vorzeigen gibt.
Bis dahin;
vielleicht bis Freitag;

Diana :)

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Freitag, 29. Dezember 2017

Morning Mist - Mustermist zum Jahresende

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Ich habe es geschafft: all meine Strick- und Spinnprojekte sind zum Jahresende fertig geworden. Kaum zu glauben, wenn man weiß, was bei mir im Dezember alles so los war. Weihnachten ist nun vorbei (schonmal gut) und ich habe noch ein paar wenige Tage, bevor unser Silvesterbesuch eintrifft. 

Als erstes Projekt für 2018 habe ich mir ein Oberteil herausgesucht, dass ich schon in 2016 hatte stricken wollen, nämlich das Shirt Morning Mist von Annie Rowden. Im Grunde ein einfachtes Shirt ohne zusätzliche Ärmel (wie nennt man denn das, was da dran ist - überschittene Ärmel?) und mit einem Musterstreifen hinten über den Rücken als Blickfang. Das Muster habe ich im April 2016 gekauft und die Wolle dazu einen Monat später beim Kieler Wollfest.

Pascuali - Bio Cotton LL 150m/50g

Ich hatte kurze Zeit später auch schon angefangen, aber das Muster hat mir so einige Probleme bereitet. In einigen Reihen wird ein Stich namens p2tog tbl verwendet, also zwei Maschen links zusammenstricken, aber durch die hinteren Maschen. Das geht so:


Bei normaler Wolle, die in der Regel ja auch etwas dehnbar ist, mag das ganz gut funktionieren. Aber mit meiner unelastischen Baumwolle, die ich fester gestrickt habe, damit das am Ende nicht so ausleiert, war das ganz schön fummelig und ist mir schnell auf die Nerven gegangen. Also aufgeribbelt und wieder weggelegt "für später". Später ist heute, aber das p2tog tbl wird einfach nicht toller. Durch das Gefummel ist das total unentspannt zu stricken und das mag ich nicht. Also: wieder alles aufgezogen und nach Alternativen gesucht. Natürlich habe ich mittlerweile meine Maschenprobe für das Garn verbummelt und ein anderes von mir getestetes Muster hat sich auch als untauglich erwiesen. Ribbel Nummer drei... Nun nochmal klassisch eine kleine Maschenprobe gestrickt und (wieder) neu angefangen. Statt dem verhassten p2tog tbl habe ich mich auf p2tog beschränkt und das Muster ein paar Reihen lang gestrickt, um zu sehen, ob das gar zu schlimm ist. Man sieht es, ja, aber nur wenn man es weiß oder eben mit Adlerauge schaut. Ich habe beschlossen: das ist super und ich lass das jetzt so. 


Was ich auch noch weggelassen habe (aber nur, weil ich da keine Lust drauf habe), ist das Muster im provisorischen Anschlag zu beginnen, so dass ich am Ende ein symmetrisches Paneel habe. Das darf so sein, und das wird gut.

So also habe ich den Start für mein erstes 2018er Projekt angelegt und freue mich sehr auf dieses Oberteil. Da es aus reiner Baumwolle besteht, schreibt es nach Sommer. Auch wenn ich nicht so der Sommermensch bin :)

Jetzt aber werde ich den Nachmittag nutzen und angefangene Nähprojekte weiterzubringen. Gestern schon habe ich ein Tanktop fertiggestellt, das seit August auf Arm- und  Halsausschnittbündchen wartet. Schnelle Sache, eigentlich, aber man muss halt Lust dazu haben. Heute wird noch eine Marlenehose mit Knöpfen versehen und ein Sweatkleid fertiggenäht. Eine Bluse habe ich auch schon repariert. Eieiei ich  scheine Nachholbefarf gehabt zu haben. Mehr dann zu all dem und dem Morning Mist im kommenden Jahr.

Einen guten Rutsch und ein großartiges neues Jahr wünsche ich!

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